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Polizeiticker Leipzig Arbeiter wird in Leipzig verschüttet und stirbt – Bauleiter vor Gericht
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Arbeiter wird in Leipzig verschüttet und stirbt – Bauleiter vor Gericht
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17:39 02.03.2018
Stephan H. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Vier Jahre nach einem tragischen Arbeitsunfall in Leipzig-Mockau muss sich ein Bauleiter vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung vor. Bei der Sanierung eines Rekohauses in der Schneiderstraße wurde am 26. März 2014 ein 28-jähriger Bauhelfer im Keller verschüttet. Eine Gewölbedecke war eingestürzt und hatte den Mann unter sich begraben. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft wirft Stephan H. (61), Geschäftsführer einer Baufirma, mehrere Pflichtverstöße vor. Bei den Arbeiten im Keller sei die Decke nicht abgestützt worden; zudem habe es keine Bauplanung und -überwachung gegeben, hieß es zum Prozessauftakt am Gericht.

Die Anklagebehörde beruft sich dabei auf das Gutachten eines Bausachverständigen. Seinen Angaben zufolge sollten in dem um 1900 gebauten Viergeschosser, der schon lange leer stand, zunächst die Fundamente erneuert und verbreitert werden. Alte Kellermauern seien allerdings nicht abschnittsweise freigeschachtet worden, sondern gleich eine ganze Wand am Stück, berichtete der Experte vor Gericht. Somit sei die Standsicherheit beeinträchtigt worden – und schließlich ein Teil des Kellergewölbes eingestürzt. Ein Zugang zu dem Schwerstverletzten war nicht sofort möglich, weil die Gefahr bestand, dass instabil gewordene Mauern ebenfalls einfallen könnten. Einsatzkräfte mussten zunächst Wände abstützen.

Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger Mark Fröse verwies vielmehr auf ein Gegengutachten. Demnach hätten nicht diese Schachtarbeiten das Unglück verursacht. Die Decke wäre sowieso eingestürzt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von S. K.

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