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Aus Mangel an Beweisen - Freispruch für Sooren O.

Aus Mangel an Beweisen - Freispruch für Sooren O.

Der Prozess um eine Schlägerei im März 2012 nahe einer Autowerkstatt in der Riesaer Straße endete gestern mit Freisprüchen für drei Angeklagte. Unter ihnen befand sich auch der in Leipzig lebende 30-jährige Iraner Sooren O.

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Schon öfter ein Fall für die Justiz: der in Leipzig lebende Iraner Sooren O. (rechts, vorne) und seine Anwälte (links).

Quelle: André Kempner

, gegen den wegen der Schüsse in der Eisenbahnstraße noch ein gesondertes Verfahren läuft.

Gemeinsam mit zwei Landsleuten musste sich O. nun zunächst wegen einer gefährlichen Körperverletzung verantworten. Wie berichtet, lastete die Staatsanwaltschaft dem Trio an, einen weiteren Iraner (49) mit Fäusten, einem Holzknüppel sowie einem Eisenhammer geschlagen zu haben. Das Opfer hatte eine gebrochene Hand und weitere Verletzungen beklagt. Anlass der Auseinandersetzung waren Reibereien unter den Männern bei einem vorangegangenen persischen Neujahrsfest. Gestern rückte die Staatsanwaltschaft jedoch von ihrem Anklagevorwurf ab und plädierte auf Freispruch, führte unter anderem "widerstreitende Aussagen" des vermeintlichen Opfers an, das im Prozess auch Nebenkläger war und mindestens 5000 Euro Schmerzensgeld forderte. Der Anwalt des Nebenklägers plädierte indes auf "schuldig". Nach seiner Auffassung fühlten sich die Angeklagten damals offenbar in ihrer Ehre gekränkt und hätten seinem Mandanten eine Abreibung verpasst.

Nach Darstellung des Trios wiederum sei vielmehr der Nebenkläger der Angreifer gewesen, gegen den man sich lediglich verteidigt habe. Es habe sich um Notwehr gehandelt. Sooren O. will gar nicht am Handgemenge beteiligt gewesen sein.

Weil letztlich Aussage gegen Aussage stand, sprach Amtsrichter Peter Weber das Trio mangels objektiver Beweismittel vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung frei. Er teilte die Ansicht von Rechtsanwalt Frank Wilhelm Drücke. Der Verteidiger von Sooren O. meinte, dass das Verletzungsbild beim vermeintlichen Opfer nicht mit dessen Aussagen korrespondieren würde. Denn ein Zuschlagen mit einem Eisenhammer hätte weitaus dramatischere Folgen gehabt. Der Richter hielt eine Falschbezichtigung für nicht ausgeschlossen. Motiv könne die Forderung des Nebenklägers nach 5000 Euro Schmerzensgeld sein.

Noch keinen Prozesstermin beraumte das Gericht wegen der Schüsse am 8. Juli 2013 in der Eisenbahnstraße an. Die Staatsanwaltschaft lastet dem wegen Beleidigung, Nötigung und anderen Delikten bereits mehrfach vorbestraften Sooren O. an, auf zwei Männer geschossen zu haben. Ursprünglich war wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt, ein Tötungsvorsatz aber für nicht beweisbar erachtet worden. Nunmehr geht es auch um Körperverletzung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2014

Kreuz, Sabine

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