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Babyphon gegen Überfälle: Nach Raubserie in Leipziger Läden setzt Polizei auf Alarmsystem

Babyphon gegen Überfälle: Nach Raubserie in Leipziger Läden setzt Polizei auf Alarmsystem

Leipzig. Das System ist außergewöhnlich, aber laut Polizei effektiv: Per Babyphon können Ladenbesitzer in Leipzig bei einem Überfall innerhalb von Sekunden einen Notruf absetzen.

Nach den Raubüberfällen in dieser Woche raten die Beamten nun Händlern, die noch nicht über ein solches Gerät verfügen, sich damit auszustatten.

„Per Knopfdruck werden so die Einsatzkräfte direkt alarmiert“, sagte Polizeisprecher Mario Weigelt am Donnerstag gegenüber LVZ-Online. „Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, den oder die Täter noch vor Ort zu stellen.“

Am Mittwoch hatte es erneut zwei Raubüberfälle auf Geschäfte gegeben – auch diesmal konnten die Täter mit ihrer Beute unerkannt flüchten. Nachdem Anfang der Woche zwei Supermärkte überfallen worden waren, traf es am Mittwoch eine Bäckerei im Stadtteil Schönefeld und einen kleinen Laden in der Südvorstadt.

Eine 28-jährige Mitarbeiterin der Bäckerei wurde am Arm verletzt, weil sie sich der mit einem Messer bewaffneten Täterin widersetzte. „Es ist in solchen Fällen wichtig, nicht den Helden zu spielen“, betonte Weigelt. Statt Gegenwehr zu leisten, sollten Mitarbeiter sich besser markante Details des Täters genau einprägen und so schnell wie möglich die Ordnungshüter alarmieren.

Mit dem Babyphon-System, das bereits im vergangenen Juni nach wiederholten Überfällen auf Leipziger Läden eingeführt wurde, sei ein Notruf schnell und unauffällig möglich. Wie das ungewöhnliche System genau funktioniert, hält die Polizei geheim. Durch das Gerät könne jedoch ein Direktruf zum Lagezentrum abgesetzt werden.

„Wir ermuntern Händler und Gewerbetreibende, sich ein solches Gerät anzuschaffen und so nicht nur zur eigenen Sicherheit, sondern auch zur schnellen Ergreifung der Täter beizutragen“, so Weigelt. Angaben, wie viele Läden sich bereits ein solches Gerät zugelegt haben, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen. Interessenten sollten sich bei der Polizei melden.

Aber auch ohne Babyphon könnten Ladenmitarbeiter etwas für ihre eigene Sicherheit tun, so der Polizeisprecher. Meist ereigneten sich die Überfälle am Abend, wenn nur noch ein oder zwei Mitarbeiter vor Ort sind. „Das beste ist deshalb, direkt bei Ladenschluss die Tür abzuschließen, insbesondere dann, wenn sich keine Kunden mehr im Geschäft aufhalten“, rät Weigelt.

Die Hintergründe für die jüngsten Überfälle sind bislang noch unklar. Vermutet wird von den Beamten aber, dass Drogenkriminalität als Motiv eine Rolle spielen könnte. Etwa 115 Raubüberfälle zählten die Ordnungshüter seit Jahresbeginn bereits in Leipzig. Ob durch einen Babyphon-Alarm bereits Überfälle aufgeklärt werden konnte, ist bei der Polizei nicht registriert.

Robert Nößler

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