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Polizeiticker Leipzig Bande wird in Leipzig wegen Anschlägen auf Bahn-Automaten zu Jugendstrafen verurteilt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Bande wird in Leipzig wegen Anschlägen auf Bahn-Automaten zu Jugendstrafen verurteilt
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17:40 14.09.2011
Im Januar 2011 wurden zwei Fahrkartenautomaten am Grimmaer Bahnhof gesprengt. Quelle: Frank Schmidt
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Leipzig

Drei der Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt, lediglich ein bereits vorbestrafter 19-Jähriger muss zwei Jahre und vier Monate in Jugendhaft. „Es muss ihnen allen klar sein, dass sie außerordentliches Glück gehabt haben“, sagte Richterin Juliane Guha im Amtsgericht Leipzig zu den 19 bis 21 Jahre alten Angeklagten. Wären sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt worden, wären sie ins Gefängnis gekommen, machte Guha deutlich.

Das Quartett hatte im Januar aus Automaten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Brandenburg rund 19.000 Euro erbeutet. Alle Männer räumten die Sprengstoffanschläge vor Gericht ein. Die Anleitung zum Bombenbau holten sich die Angeklagten unter anderem aus dem Internet, wie einer der jungen Männer angab. Material wie Stahlrohre und Unterlegscheiben kauften sie im Baumarkt. Die Rohrbomben füllten sie mit Pulver aus Silvesterknallern.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_6929]„Das ist enorm gefährlich gewesen“, betonte die Richterin. Zwar hatte die Bande nachts zugeschlagen, wenn kein Zug mehr fuhr und die Bahnhöfe leer waren. „Aber sie konnten nicht sicher sein, dass nicht doch zufällig jemand vorbei kommt.“ Die Splitter der zerstörten Automaten seien 20 Meter weit geflogen. Das Gericht bescheinigte den jungen Männern eine „außerordentliche kriminelle Energie“.

Die Bomben deponierte die Bande jeweils im Geldschacht der Automaten. Die Wucht der Explosionen war so groß, dass die Räuber in den meisten Fällen an die Geldkassetten kamen. Die Beute hätten sie „eingesteckt und weg“, sagte ein 19-Jähriger. Das Geld teilten sie untereinander auf, „machten damit Party“ und bezahlten Hotelaufenthalte in Leipzig und München. Das Amtsgericht verurteilte sie wegen schweren Bandendiebstahls und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion zu Jugendstrafen zwischen einem Jahr und vier Monaten sowie zwei Jahren und vier Monaten.

Die Ermittler kamen ihnen durch einen Fingerabdruck auf einer Geldkassette auf die Schliche. Außerdem werteten sie Handy-Daten aus und stellten fest, dass das Mobiltelefon eines der jungen Männer in Funkzellen rund um alle Tatorte eingeloggt war. Einer der Täter hatte zudem vor Freunden mit seinen Taten geprahlt.

Die Bahn beklagt einen Schaden im fünfstelligen Bereich - pro Automat. Die Anschläge haben nach der Festnahme des Quartetts indes nicht aufgehört. Seit April sind nach Bahnangaben sechs weitere Automaten in der Region gesprengt worden. Die Täter sind unbekannt.

dpa

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