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Polizeiticker Leipzig Bei der Flucht Unfall gebaut – zwei Jahre Haft
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Bei der Flucht Unfall gebaut – zwei Jahre Haft
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14:23 12.07.2018
Vor Beginn des Prozesses am Leipziger Amtsgericht: Der Angeklagte Lukasz W. (rechts) mit seinem Verteidiger Matthias Luderer. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Zwei Jahre Haft ohne Bewährung – so lautete das Urteil im Fall eines 31-jährigen Mannes, der mit einem in der Leipziger Region gestohlenen Auto bei der Flucht vor der Polizei einen schweren Verkehrsunfall gebaut hat und daraufhin festgenommen wurde. Nach Auffassung des Amtsgerichtes Leipzig konnte dem Polen Lukasz W. allerdings keine Beteiligung an einer Autoschieber-Bande nachgewiesen werden.

Wie berichtet, warf die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten ursprünglich vor, als Bandenmitglied allein in einer Nacht im Februar 2018 fünf Pkw der Marke Mazda in Taucha sowie im Norden Leipzigs selbst entwendet oder aber von Komplizen übernommen und nach Polen transportiert zu haben.

Zwei Verletzte bei Kollision

„Wir gehen zwar davon aus, dass eine Bande am Werk war. Dass der Angeklagte aufgrund von Absprachen darin eingebunden war, konnten wir aber nicht nachweisen“, so Amtsrichterin Ines Walther. Bei der Funkzellenauswertung stellte das Landeskriminalamt Sachsen polnische Telefonnummern zu den jeweiligen Tatzeiten in Taucha fest. Die Handynummer des Angeklagten war jedoch nicht darunter, hieß es.

Somit bezieht sich der Schuldspruch darauf, dass Lukasz W. einen in der Tiefgarage in der Tauchaer Ernst-Moritz-Arndt-Straße gestohlenen Mazda 6 nach Polen überführen sollte. Allerdings mit diesem Auto am 9. Februar bei einer Verfolgungsfahrt mit der Polizei nahe der polnischen Grenze gegen einen Suzuki im Gegenverkehr krachte, dessen beide Insassen verletzt wurden.

Haftbefehl aufrechterhalten

Das Gericht verurteilte den Vorbestraften, der nach einer abgebrochenen Friseurlehre von Gelegenheitsjobs lebte, wegen versuchter Hehlerei, Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung. Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten; Lukasz W. sitzt seit Februar in U-Haft.

Auch Staatsanwalt Ralph Hornig rückte vom Bandenvorwurf ab. Er plädierte auf zweieinhalb Jahre Freiheitsentzug – Verteidiger Matthias Luderer indes wollte eine Bewährungsstrafe.

Von Sabine Kreuz

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