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Polizeiticker Leipzig Bekannten fast totgeschlagen: 31-jähriger Leipziger muss in Psychiatrie
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Bekannten fast totgeschlagen: 31-jähriger Leipziger muss in Psychiatrie
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18:51 02.12.2016
Das Landgericht schickt einen Leipziger wegen einer Bluttat in die Psychiatrie.   Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

Er hat einen Bekannten beinahe totgeschlagen, nun muss er in die geschlossene Psychiatrie: Ein 31-jähriger Leipziger ist am Freitag am Landgericht Leipzig zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Ursprünglich war Stephan H. wegen versuchten Mordes angeklagt. In dem seit 9. September laufenden Prozess hatte ihm die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, am 22. März dieses Jahres in Grünau seinem Opfer Maik B. (46) einen 1,3 Kilo schweren Beton-Bruchstein „mehrfach wuchtig gegen den Kopf“ geschlagen zu haben. Außerdem soll er den am Boden liegenden Mann mit einem Ast traktiert haben. Maik B. hätte den Angriff um ein Haar mit seinem Leben bezahlt. Er erlitt durch die Schläge einen Schädelbasisbruch sowie weitere Frakturen am Kopf. Hinzu kam ein Schädelhirntrauma. Ärzte retteten ihm bei einer Notoperation das Leben (die LVZ berichtete).

Auslöser der blutigen Auseinandersetzung war ein Streit der beiden Männer, die sich mit anderen Bekannten regelmäßig in der Miltitzer Allee trafen, um gemeinsam Alkohol zu trinken. Ermittler gehen davon aus, dass Maik B. dem Angeklagten zunächst scheinbar völlig ohne Grund einen Kopfstoß versetzte, woraufhin Stephan H. sich an ihm rächen wollte.

Letztlich wich die Staatsanwaltschaft aber von ihrem anfänglichen Tatvorwurf ab und forderte eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung und nicht mehr wegen Mordversuchs. So entschied dann auch die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf. Ohnehin ging es in der Hauptverhandlung nicht um eine Strafe. Denn der vor Gericht stehende Gärtner leidet nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters an einer schizoaffektiven Psychose und ist schuldunfähig. Aus diesem Grund hatte die Staatsanwaltschaft auch ein sogenanntes Sicherungsverfahren gegen den Beschuldigten beantragt. Heißt: Von vornherein ging es in dem Prozess um eine Einweisung von Stephan H. in den Maßregelvollzug, in eine psychiatrische Klinik.

Von Frank Döring

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