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Bekennerschreiben nach Bränden in Südost - "Militante Gruppe" kündigt weitere Anschläge an

Bekennerschreiben nach Bränden in Südost - "Militante Gruppe" kündigt weitere Anschläge an

Nach den Brandanschlägen auf Fahrzeuge in Südost ist am Freitag ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Der Text erreichte die Leipziger Volkszeitung per Internet um 1.27 Uhr: "Die Militante Gruppe Leipzig bekennt sich hiermit zu 2 von 3 Anschlägen auf Fahrzeuge im Raum Leipzig durch Feuerlegen.

Leipzig. " Gemeint seien die Brandstiftungen in der Anna-Kuhnow-Straße, wo am Donnerstag kurz vor 6.15 Uhr ein Honda-Cabrio ausgebrannt war, sowie das Abfackeln eines Transporters mit fabrikneuen Polizeifahrzeugen gegen 6.45 Uhr in der Crusiusstraße. "Dies gilt einmal als Zeichen gegen die verdammten Bonzen, die ihr Fahrzeug Marke Cabrio als Statussymbol ihres Reichtums verwenden und einmal gegen die Polizei, welche immer wieder brutal gegen friedliche linke AktivistInnen vorgeht", so die Verfasser. "Es werden weitere Anschläge gegen Einrichtungen der Regierung und Unterstützer der Kriegsmaschinerie folgen. Schon innerhalb der nächsten Tage." Auch die LVZ könne zum Ziel werden. Die Gruppe kündigte "Inbrandsetzen von PKW der Mitarbeiter" sowie des Redaktionsgebäudes an.

Laut Kripo ist derzeit offen, wer hinter dem ominösen Schreiben steckt. "Eine ,Militante Gruppe Leipzig' ist völlig unbekannt, bisher nie öffentlich in Erscheinung getreten", sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Allerdings gibt es in der Stadt Sympathisanten der berüchtigten Militanten Gruppe (MG) Berlin. Als im Oktober 2009 drei MG-Aktivisten zu Haftstrafen verurteilt worden waren, hatten Linksautonome in Connewitz eine Straßenschlacht angezettelt. Zehn Polizeibeamte waren damals verletzt worden. Womöglich sind die Anschläge auch eine Reaktion auf Durchsuchungen in Dresden und Berlin, wo Plakate und Computer von Organisatoren einer Gegendemo zum Neonazi-Aufmarsch am 13. Februar in Dresden beschlagnahmt worden waren.

Allerdings vermissen Experten des Staatsschutzes in dem Schreiben - das Original offenbart eine gravierende Rechtschreibschwäche der Verfasser - typische Merkmale üblicher Bekennerprosa. Mithin könnten auch unpolitische Trittbrettfahrer mit bizarrem Humorverständnis oder ein irrer Einzeltäter dahinter stecken, heißt es. Gefährdete Objekte würden aber verstärkt von Polizeistreifen beobachtet, so Voigt. Aufgrund der konkreten Drohungen werde wegen Nötigung ermittelt.

Mögliche Zusammenhänge der Brände werden geprüft, weil die Tatorte eng beieinander liegen. Wie berichtet, hatten am Donnerstag noch ein Auto in der Krönerstraße und ein Hausflur in der Lilienstraße gebrannt. Gestern Früh loderten erneut Flammen in Südost - diesmal in einer Wohnung am Rabensteinplatz und in einem Keller in der Karl-Vogel-Straße.

Frank Döring

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