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Bekennerschreiben zum Angriff auf Leipziger Polizeirevier aufgetaucht

Unterstützung für "Black Triangle" Bekennerschreiben zum Angriff auf Leipziger Polizeirevier aufgetaucht

Einen Tag nach dem Anschlag auf das Polizeirevier Südwest ist eine Art Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Autoren werfen darin der Polizei Repression vor und nehmen Bezug auf die Opfer von Polizeigewalt beim G20-Gipfel. Außerdem solidarisieren sie sich mit den Besetzern des "Black Triangle" in Leipzig.

Sachbeschädigung am Polizeirevier Leipzig Südwest

Quelle: André Kempner

Leipzig. Einen Tag nach dem Anschlag auf das Polizeirevier Südwest ist eine Art Bekennerschreiben aufgetaucht. Auf dem linken Szeneportal Indymedia veröffentlichten Unbekannte am Dienstagmittag unter dem Pseudonym „Karoline Klimper“ einen längeren Text. „In der Nacht zum Montag haben wir das Bullenrevier Südwest in der Weißenfelser Straße angegriffen“, heißt es da. „Wir haben an dem Gebäude die Fenster aus Sicherheitsglas, ein Polizeischild und die Gegensprechanlage mit Hämmern beschädigt und es mit einer schwarzen Substanz besprüht. Wir setzen mit dieser Aktion ein Zeichen gegen Staat, Bullen und Repression.“ Konkret sei die Aktion Ausdruck der Solidarität „mit allen unseren Freund*innen, die im Rahmen des G20 Gipfels von den Bullen schikaniert, verletzt, inhaftiert oder anderweitig mit Repression überzogen wurden“.

Unterstützung für Hausbesetzer im Black Triangle

Die Autoren stellen auch einen Zusammenhang mit dem seit über einem Jahr besetzten Bahngebäude an der Arno-Nitzsche-Straße her. Dort sei ein autonomer Freiraum entstanden: das „Black Triangle“. Die Verhandlungen mit der Bahn über eine legale Nutzung seien schon längst im Sande verlaufen, heißt es in dem Bekennerschreiben. Schon vor einem Jahr habe das Unternehmen den Besetzern per E-Mail mitgeteilt, dass es keine Verhandlungsabsichten bezüglich des widerrechtlich angeeigneten Grundstücks gebe und die Besetzer zum Verlassen des Areals aufgefordert. Aktuell liegt eine Klage der Bahn beim Bundesgerichtshof. „Die Zeiten stehen also auf Sturm“, heißt es bei Indymedia. „Doch wer die Konfrontation mit uns sucht, der verspekuliert sich.“

Zerstörte Scheiben, besudelte Fassade: Bei einem Anschlag auf das Polizeirevier Leipzig-Südwest haben Unbekannte in der Nacht zu Montag einen Schaden von mehr als 10.000 Euro angerichtet.

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Unmissverständlich wird zum Widerstand aufgerufen, die Räumung solle ihren Preis haben. „Machen wir es den Bullen nicht zu einfach“, fordern die anonymen Verfasser. Darunter verstehen die Unterstützer des „Black Triangle“ auch willkürliche Sachbeschädigungen. „Beschissene Objekte gibt es genug, um den Frust über die bestehenden Verhältnisse an ihnen zu entladen“, schreiben sie. „Besucht doch einfach mal wieder das technische Rathaus oder den Luxusbau von neben an!“ Der Anschlag auf die Polizeidienststelle in der Weißenfelser Straße, welche den Kriminaldienst sowie Bürgerpolizisten beherbergt, sei laut Aussage der mutmaßlichen Täter nur ein Vorgeschmack gewesen, „was im Falle einer Räumung zu erwarten ist“.

Staatsschutz ermittelt

Nach Angaben der Polizei war beim dem Angriff ein Schaden in fünfstelliger Höhe entstanden. Die Polizei hält das Bekennerschreiben für authentisch. „Wir nehmen die Veröffentlichung ernst“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt auf LVZ-Anfrage. Weil nunmehr von einem politischem Hintergrund des Anschlags auf das Polizeirevier auszugehen sei, habe der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
 

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