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Betrügerbande vor Gericht: Angeklagte wollten mit Schrottautos richtig Reibach machen

Betrügerbande vor Gericht: Angeklagte wollten mit Schrottautos richtig Reibach machen

Mit Schrottautos richtig Reibach machen. So lässt sich das Geschäftsmodell einer Betrügerbande umschreiben, gegen die am Donnerstag am Landgericht Leipzig der Prozess begann.

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Quelle: MAURIZIO GAMBARINI

Leipzig. Laut Staatsanwalt André Kuhnert erleichterten die Angeklagten von Februar 2009 bis Januar 2010 zwei Banken um eine viertel Million Euro. "Dabei gingen sie arbeitsteilig vor." Demnach beschaffte oft Ex-Autohausbesitzer Reinhold S. (60) aus Nordrhein-Westfalen, der auch in Polen mit Fahrzeugen Geschäfte macht, Rostlauben für jeweils 1000 Euro - Pkw mit Totalschaden nach Unfällen.

Die Angestellte Angelika R. (53) soll Personen aus der Region Leipzig angeworben haben, damit sie sich - gegen ein Entgelt - als Käufer angeblich hochwertiger Gebrauchtwagen und somit als Darlehensnehmer zur Verfügung stellen. Für sie wurden Dienstbescheinigungen gefälscht. Der gelernte Kaufmann und Autoverkäufer Dierk R. (37) aus Dessau-Roßlau meldete laut Staatsanwalt die Fahrzeuge auf der Zulassungsstelle an - erst danach floss das Darlehen der zwei Banken auf die Geschäftskonten der angeblichen Verkäufer, die zeitweise auch von einem Autohaus in Pegau (Landkreis Leipzig) aus ihren krummen Geschäften nachgingen. Gezahlt wurde immer nur die erste Rate. Die vermeintlichen Käufer mussten sich bereits verantworten.

Der Staatsanwalt listete 14 fingierte Geschäfte mit Mercedes, BMW und Co. auf, an denen die Angeklagten unterschiedlich beteiligt gewesen sein sollen: Reinhold S. sowie Angelika R. in je 13, Dierk R. in zehn Fällen und Sekretärin Maritta K. (59) nur einmal. Während die drei Erstgenannten Geständnisse ablegten, will Maritta K. nichts von den Machenschaften gewusst haben. "Sie war nicht eingeweiht", bestätigten Dierk R. und Reinhold S., nach deren Angaben der Gewinn unter den drei Hauptangeklagten aufgeteilt wurde. Nach Abzug aller Kosten habe man aber "nicht in Saus und Braus leben können". Für das Trio kündigte das Gericht Haftstrafen bis zu drei Jahren und zehn Monaten an - die höchste für S., der als einziger in U-Haft sitzt. Bis Ende Juni sind Prozesstermine anberaumt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.05.2013

Sabine Kreuz

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