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Betrug mit falschem Gold in Leipzig: Polizei warnt vor Ring-Trick

Betrug mit falschem Gold in Leipzig: Polizei warnt vor Ring-Trick

Die Masche ist alles andere als neu, aber sie funktioniert noch immer: Betrüger versuchen wieder einmal, in Leipzig falschen Goldschmuck abzusetzen. In den vergangenen Wochen registrierte die Polizei eine auffällige Häufung von Strafanzeigen.

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Quelle: dpa

Leipzig. Auch Petra S. aus Zentrum-West fiel auf die Betrüger herein. Sie hatte sich gerade in ihr Auto gesetzt, als plötzlich jemand an ihrem Fenster auftauchte und vorgab, gerade eben einen sehr wertvollen Goldring gefunden zu haben. "Gehört er Ihnen?" habe der Unbekannte in gebrochenem Deutsch gefragt. Dann wollte der Mann, dass Petra S. den Ring nehme - gegen einen kleinen Finderlohn. Man könne leider nicht selbst zum Fundbüro gehen, weil man illegal in Deutschland sei, so der Unbekannte. Die Leipzigerin zahlte - im Schnitt werden 5 bis 20 Euro verlangt, mitunter auch mehr - und ließ den klobigen Ring bei einem Juwelier prüfen. "Er hatte einen Materialwert von 2,50 Euro", so Petra S.

Schon seit Jahren warnt auch in Leipzig die Schmuckbranche vor den billigen Imitaten und rät dringend, grundsätzlich keinen Schmuck auf der Straße zu kaufen. Die wertlosen Goldringe sind häufig breit wie Einweckgummis, ziemlich schwer - und meist lediglich aus Messing, obwohl sie sogar Stempel für 585er oder gar 750er Gold tragen.

"Die Masche ist eine weitere Variante des sogenannten Autobahngolds", sagt Polizeisprecher Andreas Loepki. Da täuschen die Täter eine Reifenpanne oder einen leeren Tank vor, tauschen vermeintlichen Goldschmuck gegen Bargeld der hilfsbereiten Opfer. Aktuell ist jedoch die Methode mit dem "Finderlohn" in der Stadt im Kommen. Lag im Januar noch eine Anzeige vor, waren es im März bereits zwei und im Juli schon sieben - Tendenz weiter steigend. "Die Anzeigenhäufung zum Juli deutet darauf hin, dass die Täter verstärkt agieren und es sich mithin um eine neue - wenn auch noch kleine - Welle handelt", so Loepki. Die Dunkelziffer ist womöglich deutlich höher, denn vermutlich wird nicht jeder, der für fünf oder zehn Euro einen falschen Goldring kauft, Anzeige erstatten.

Aus den bisher bekannten Fällen in Leipzig lässt sich ein gewisses Muster erkennen, wonach die Täter vorzugsweise in Zentrumsnähe agieren. "Ein Täter ist uns bereits namentlich bekannt", berichtet Loepki. "Es handelt sich um einen 28-jährigen Südosteuropäer."

Die Polizei empfiehlt, bei Begegnungen mit solchen dubiosen Schmuck-Anbietern auf keinen Fall Geld zu übergeben. "Betroffene Bürger sollten einfach ihres Weges gehen und die Polizei informieren", erklärt Loepki. Der Anruf bei den Ordnungshütern sollte übrigens möglichst nicht im Beisein der Täter erfolgen, sondern mit etwas räumlichem Abstand. Denn die Gold-Betrüger sollen nicht in die Flucht geschlagen, sondern möglichst auf frischer Tat gefasst werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2014

Frank Döring

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