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Polizeiticker Leipzig Bettler sorgen für Zoff an Leipzigs Zentralhaltestelle
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Bettler sorgen für Zoff an Leipzigs Zentralhaltestelle
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11:10 07.03.2018
Rumänische Bettler Banden in der Karli in Leipzig. Foto: Andre Kempner Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) wollen gegen das zunehmende Problem mit Bettlern an der Zentralhaltestelle vor dem Hauptbahnhof vorgehen. Fahrgäste fühlen sich häufig belästigt, weil sie von Bettlern immer wieder angesprochen werden.

„Mir ist das mittlerweile so unangenehm, dass ich diese Haltestelle nach Möglichkeit meide“, sagte etwa LVZ-Leserin Angelika F. (74). Beim Umsteigen in eine andere Straßenbahn würden ihr vornehmlich Frauen einen Pappbecher entgegen strecken und „bitte, bitte!“ sagen. Andere Leipziger berichteten, dass ihnen die Bettler trotz ablehnender Worte auch schon mal hinterherlaufen würden.

Problem seit September 2017 bekannt

„Diese Situation ist den Leipziger Verkehrsbetrieben seit September 2017 bekannt“, teilte LVB-Sprecher Marc Backhaus auf Anfrage der LVZ mit. „In Gesprächen mit der Polizei, im Rahmen der aktualisierten Sicherheitskooperation, haben wir darauf hingewiesen und die Polizei um Unterstützung gebeten. Diese hat uns eine regelmäßige Bestreifung in Aussicht gestellt.“ Auch der Stadtordnungsdienst sei über die Situation informiert und habe, je nach Verfügbarkeit, regelmäßige Streifengänge vorgeschlagen.

Das Vorgehen gegen allzu aufdringliche Bettelei ist für die LVB gerade an dieser Haltestelle von Bedeutung. Der Umsteigepunkt am Hauptbahnhof gehöre wie beispielsweise auch der Augustusplatz und der Goerdelerring zu den zentralen Umsteigehaltestellen im öffentlichen Personennahverkehr, erklärte Backhaus. „Tagtäglich nutzen etwa 57 000 Menschen die zentrale Haltestelle Hauptbahnhof, Tendenz steigend.“ Schon aus diesem Grund sei die Aufenthaltsqualität und Sicherheit an dieser Haltestelle für die LVB von besonderer Bedeutung.

Betteln in Leipzig nicht verboten

Allerdings: Betteln ist in der Stadt Leipzig nicht prinzipiell verboten, lediglich in seiner aggressiven Form und durch Kinder. Dies stellte die Verwaltung neulich auf Anfrage im Stadtrat noch einmal klar. Konkreter Hintergrund war das Betteln von in Lumpen gekleideten Frauen. Etwa vor der Sparkasse in der Karl-Liebknecht-Straße – ganz ähnlich wie an der Zentralhaltestelle. Ein Fragesteller hatte die Bettlerinnen beobachtet, die um Bares baten – angeblich für ihre Kinder in Rumänien. Sein Angebot, statt Geld etwas zu Essen zu besorgen, habe eine Frau jedoch abgelehnt. In einem Fall soll die Bettlerin kurz darauf in Richtung Innenstadt gelaufen sein, sich unterwegs der Lumpen entledigt haben und als normal gekleidete Touristin in der Menge untergetaucht sein. In einem zweiten Fall habe ein junger Mann der Bettlerin vor der Sparkasse den mit Geld gefüllten Becher abgenommen und einen leeren Becher übergeben. Dann sei er mit seinem Lexus weggefahren.

Anzeichen für organisierte Kriminalität

Die Stadt sieht in diesen Fällen zwar keine Form des aggressiven Bettelns. Womöglich gibt es aber doch Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. „Der beschriebene Verdacht auf organisierte Bandenkriminalität stellt eine strafbare Handlung dar, die im Strafgesetzbuch normiert ist“, heißt es in der Antwort der Verwaltung. „Die Hinweise wurden deshalb an die Polizei als Strafverfolgungsbehörde weiter gegeben.“

Von Frank Döring

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