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Polizeiticker Leipzig Bewährungsstrafe nach angedrohtem Bombenanschlag in Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Bewährungsstrafe nach angedrohtem Bombenanschlag in Leipzig
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23:19 17.06.2016
Angeklagter Matthias K. (rechts) mit seinem Verteidiger Ingo Stolzenburg beim Prozess im Landgericht.   Quelle: Foto: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

 Er drohte, die Commerzbank am Lindenauer Markt zu überfallen, und entblößte eine vermeintliche Sprengstoffweste: Nach seiner aufsehenerregenden Bombendrohung am 23. Oktober 2015 ist der 27-jährige Matthias K. am Freitagnachmittag auf freien Fuß gekommen. Das Landgericht ordnete für ihn nach einem siebenstündigen Verhandlungstag zwar die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, setzte die Vollstreckung jedoch zur Bewährung aus und stellte ihn unter Führungsaufsicht.

Nach Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters ist Matthias K. – er leidet unter einer bipolaren Störung – nicht schuldfähig. Deshalb war es in einem Sicherungsverfahren um die Frage gegangen, ob der junge Mann aus Schmalkalden längerfristig in der Psychiatrie untergebracht werden muss.

Die Staatsanwaltschaft bejahte eine weitere Gefahr für die Allgemeinheit, weil weitere Straftaten von dem Beschuldigten zu erwarten seien und beantragte, dessen Unterbringung im Maßregelvollzug anzuordnen – ohne Bewährung. Verteidiger Ingo Stolzenburg wies darauf hin, dass dies aus seiner Sicht eines der härtesten Instrumentarien des Strafgesetzbuches darstelle, denn der Aufenthalt im Maßregelvollzug ist zeitlich unbegrenzt. Er plädierte dafür, für seinen Mandanten wegen dessen Drogenmissbrauchs die Einweisung in eine Entziehungsanstalt anzuordnen, dies jedoch zur Bewährung auszusetzen. Eine ambulante medikamentöse Therapie sei machbar.

Doch allein die Behandlung wegen der Drogensucht erachtete das Gericht als nicht ausreichend. Deshalb beschloss die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jens Kaden eine Reihe von Auflagen für die fünfjährige Bewährungszeit: ambulante Behandlung, kontrollierte Medikamenteneinnahme, regelmäßige Besuche der Forensischen Institutsambulanz, striktes Abstinenzgebot und Drogentests.

Wie Kaden sagte, habe Matthias K. bei seinen Taten auch sich selbst in Gefahr gebracht, indem er Waffenträger provozierte. In Zeiten, da die Sprengstoffweste auch in Europa angekommen sei, hätte eine solche Situation wie an der Commerzbank für ihn auch schlimmer ausgehen können. Wie berichtet, war bei der Tat, die als „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ angeklagt war, kein Sprengstoff im Spiel. Die Weste war mit Quarzsandpolstern befüllt. Gleichwohl führte sein Auftritt zu einem Großeinsatz der Polizei.

Schon zuvor war der Ex-Jurastudent als verwirrt und aggressiv aufgefallen. Verfahren, etwa wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, wurden jedoch eingestellt oder endeten mit Freispruch. Am Ende des Prozesses sagte K., es tue ihm leid und er erkenne sich jetzt in seinen Taten selbst nicht mehr wieder. „Meine Manie ist fast nicht mehr vorhanden.“

Von Frank Döring

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