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Bis zu halbe Million Euro Schaden nach Feuer bei der SG LVB Leipzig

War es Brandstiftung? Bis zu halbe Million Euro Schaden nach Feuer bei der SG LVB Leipzig

Die Fußballabteilung der SG LVB Leipzig steht vor den Trümmern ihrer Existenz. Nach dem verheerenden Großbrand im Vereinshaus an der Neuen Linie geht der Schaden in die Hunderttausende Euro. Die Polizei schließt nicht aus, dass Brandstifter am Werk waren

Bis auf die Grundmauern niedergebrannt: Das Vereinshaus der SG LVB Leipzig wurde bei einem Feuer am Sonntagabend komplett zerstört.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Am Tag danach wird das ganze Ausmaß der Zerstörung klar. Fußballtrikots, Trainingszubehör, Umkleidekabinen, Computer und die gesamte Klub-Gaststätte – alles wurde am Sonntagabend Opfer der Flammen. Das 320 Quadratmeter große Vereinshaus der SG LVB Leipzig an der Neuen Linie ist bis auf die Grundmauern abgebrannt. Der Schaden geht in die Hunderttausende. Die Schätzungen würden von 300.000 bis 500.000 Euro reichen, sagte Vereinsgeschäftsführer Tobias Froeb am Montag gegenüber LVZ.de.  

Ein Feuer hat am Sonntagabend ein Vereinsgebäude der Sportgemeinschaft Leipziger Verkehrsbetriebe (SG LVB) im Süd der Messestadt zerstört. Die Flammen sind aus bisher ungeklärter Ursache ausgebrochen. Auch eine Gasflasche soll explodiert sein.

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Der Schock sitzt tief bei dem 1990 gegründeten Breitensportklub und seinen rund 2000 Mitgliedern. „Es ist ein absoluter Totalschaden“, bilanziert der 33-jährige Froeb. Meterhoch schlugen die Flammen am Sonntagabend kurz nach 17 Uhr aus dem mit Wellblech verkleideten Baracke im Connewitzer Auwald. Der Feuerschein soll im ganzen Leipziger Süden zu sehen gewesen sein. Zeugen alarmierten die Feuerwehr – doch da stand das Gebäude bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Während des Brandes explodierte auch eine Gasflasche, verletzt wurde zum Glück niemand.

Die Polizei schließt nicht aus, dass ein Brandstifter das Feuer gelegt haben könnte. Den ganzen Tag über suchten Experten der Kripo in den Trümmern nach Spuren. „Die Brandausbruchsstelle wurde gefunden“, berichtete Polizeisprecher Uwe Voigt am Nachmittag. Um kein Täterwissen preiszugeben, würden Details jedoch noch zurückgehalten – was eher gegen einen technischen Defekt spricht. Offiziell wollen sich die Behörden erst am Dienstag nach Auswertung aller Beweismittel zur Ursache äußern. Sie suchen nun Zeugen, die am Abend des Brandes Beobachtungen gemacht haben und Hinweise geben können. (Kontakt: Kripo, Dimitroffstraße 1, Tel. 0341 / 96 64 66 66).

Das Vereinshaus an der Neuen Linie, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2001

Das Vereinshaus an der Neuen Linie, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2001. Fußballer und Fans kehrten nach den Spielen hier gerne noch auf ein Bier ein.

Quelle: LVZ-Archiv

Fußball-Plätze gesperrt – Verein sammelt Spenden

Von einem „Schock“ und einer „furchtbaren Nacht“ ist auch bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) die Rede, die das Gelände als Eigentümer an den Verein verpachtet haben. „Wir drücken als Unternehmen unser größtes Bedauern aus“, sagte Sprecher Marc Backhaus. Es liefen bereits Gespräche, wie dem Verein zeitnah bei einem Wiederaufbau und einer Übergangslösung geholfen werden kann. „Der Schaden wiegt extrem schwer. Das Gebäude war die Basis unseres Vereinslebens“, klagte Klubchef Froeb.

18 Fußballteams von der Jugend bis zum Seniorenbereich nutzen die beiden Plätze an der Neuen Linie, die vorerst gesperrt wurden. Auch für das Stadtligateam der SG LVB dient die Neue Linie als Heimspielstätte. Schwacher Trost: Die meisten Mannschaften sind bereits in der Winterpause. „Mitte Januar soll es mit der Vorbereitung auf die Rückrunde weitergehen“, sagt Coach Thomas Goretzky. Ob das nun wie geplant möglich ist, steht in den Sternen. Ohne Duschen und Toiletten sei an reguläres Training nicht zu denken. Auch viele persönliche Dinge wie Fußballschuhe sind in dem Gebäude verbrannt.

Es gibt jedoch bereits zahlreiche private Hilfsangebote. Am Montagmittag rief der Verein bei Facebook zu Spenden auf, um einen Wiederaufbau des Vereinsheims zu ermöglichen. Die Existenz der Abteilung Fußball sei durch den Brand stark bedroht, heißt es. Die Tennis-Abteilung, die auf dem Gelände zehn Plätze und ein eigenes kleines Vereinshaus besitzt, hat bereits Unterstützung angeboten, um den Spiel- und Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Pachtvertrag für Gaststätte lief aus

In dem Gebäude befand sich auch die beliebte Vereinskneipe, in der Fußballer und Fans nach den Spielen gerne auf ein Bier oder eine Karlsbader Schnitte einkehrten. Pächter Frank Stäubling macht sich am Montagvormittag selbst ein Bild vor Ort. „Der Schock ist groß“, sagt er. Zuletzt war Anfang November in die Gaststätte eingebrochen worden. Vielleicht sei wieder jemand eingestiegen und habe danach mit einem Feuer die Spuren verwischen wollen, mutmaßt er. Seine meisten Sachen hatte Stäubling nach der Schließung vor rund einer Woche ohnehin schon aus der Kneipe geräumt. Der Pachtvertrag lief Ende Dezember nach zwei Jahren aus, gekündigt im Einvernehmen mit dem Verein.

„Wir sind nicht im Bösen auseinandergegangen“, versichert der 60-Jährige, der beruflich etwas kürzer treten will und bereits einen neuen Job gefunden hat. Froeb bestätigt das. Ein Nachfolger sei bereits gefunden, die Gespräche seien weit fortgeschritten. „Der Interessent will trotzdem dabei bleiben“, sagt der LVB-Geschäftsführer. Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer nach der größten Tragödie, die den Leipziger Vereinssport in diesem Jahr erschütterte.

Von Robert Nößler / Frank Müller

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