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Bizarrer Gerichtsfall aus Leipzig: Für Roulette-Spiel zockt Paar Geldanleger ab

325.000 Euro Schaden Bizarrer Gerichtsfall aus Leipzig: Für Roulette-Spiel zockt Paar Geldanleger ab

Ein bizarrer Fall aus der Glitzer-Welt um Spielcasinos beschäftigt in Kürze das Leipziger Landgericht: Ein Ehepaar muss sich wegen Betruges um 325.000 Euro verantworten. Nicht am Roulette-Tisch sollen sie unlautere Mittel angewendet haben, sondern bereits bei der Beschaffung des Glücksspiel-Einsatzes.

Fürs Roulette-Spiel lieh sich ein Ehepaar aus Leipzig 325 000 Euro von mehreren Geldanlegern und versprach ihnen hohe Gewinne. Sie wurden jedoch allesamt betrogen.
 

Quelle: dpa

Leipzig. Ein bizarrer Fall aus der Glitzer-Welt um Spielcasinos beschäftigt in Kürze das Leipziger Landgericht: Ein Ehepaar muss sich wegen Betruges um 325.000 Euro verantworten. Nicht erst am Roulette-Tisch sollen sie unlautere Mittel angewendet haben, sondern bereits bei der Beschaffung des Glücksspiel-Einsatzes. Nach Aktenlage fasste das Paar schon im August 2006 den Plan, sich die nötigen Summen von Dritten finanzieren zu lassen. Potenziellen Geldgebern sollen die Frau (32) und ihr Gatte (62) eine Gewinnsicherheit sowie eine Rendite von fünf bis sieben Prozent versprochen haben. Einen Kapitalverlust habe der gebürtige Österreicher, von Beruf eigentlich Huf- und Wagenschmied, bei seinen regelmäßigen Touren als professioneller Roulette-Spieler durch Casinos in ganz Deutschland sowie im Ausland ausgeschlossen.

Das Amtsgericht Leipzig war von der Schuld des Paares, das sich nicht geäußert hatte, überzeugt. Es verurteilte den Mann bereits Ende 2014 wegen gewerbsmäßigen Betruges in 19 Fällen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Seine Ehefrau kam wegen vollendeten Betruges in zwei Fällen sowie Beihilfe in acht Fällen mit zehn Monaten Haft auf Bewährung davon.

Dem Urteil zufolge stellten Geldanleger aus ganz Deutschland zwischen 2006 und 2009 teils Summen von mehreren zehntausend Euro zur Verfügung. Um die knapp 20 Betroffenen von der Kündigung der Darlehensverträge abzuhalten, hätte das Paar anfangs tatsächlich Gewinne ausgeschüttet. „Eine Rückzahlung war aber von vornherein nicht beabsichtigt“, meinten die Richter aus erster Instanz. Für die Einwerbung des Geldes hätten die Angeklagten zwei teils im Ausland tätige Firmen genutzt.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die beiden – nicht vorbestraften – Angeklagten hatten Berufung gegen den Schuldspruch eingelegt. Für Donnerstag war der Start der Verhandlung in zweiter Instanz vorgesehen. Der Prozess wurde aber wegen einer Erkrankung des Mannes ausgesetzt, beginnt voraussichtlich im April.

Von Sabine Kreuz

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