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Polizeiticker Leipzig „Black Triangle“: Aufruf zu militanten Aktionen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig „Black Triangle“: Aufruf zu militanten Aktionen
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11:35 19.01.2019
Polizeieinsatz bei der Protestdemo gegen die Räumung des besetzten „Black Triangle“. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Drohen nun doch wieder Anschläge und Gewalt? Nach der Protestdemonstration gegen die Räumung des „Black Triangle“ am Mittwochabend (die LVZ berichtete) gibt es in der linken Szene offenbar Bestrebungen nach mehr militanten Aktionen. Ein entsprechender Aufruf ist jetzt auf dem linken Internetportal Indymedia veröffentlicht worden. Für die anonymen Verfasser war der Aufzug von bis zu 800 Teilnehmern von Connewitz bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz offenbar ein Fehlschlag. „Das erklärte Ziel war die Zurückeroberung des Black Triangles, doch das war auch nur Wunschdenken, denn es war abzusehen, dass die Bullen mit einem großen und martialischen Aufgebot kommen werden“, heißt es in ihrem Text. „Stattdessen ist man mit der Demo direkt in die Falle der Bullen gelaufen und musste sich den staatlichen Repressionen aussetzen.“

Weitere Demos „nicht sinnvoll“

Wie berichtet, hatten Einsatzkräfte eine aggressive und größtenteils vermummte Gruppe eingekesselt, die von der Spitze der Demonstration aus die Polizei mit Flaschen- und Böllerwürfen attackiert hatte. Festgesetzt wurden 182 Personen, ermittelt wird wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungs- sowie das Sprengstoffgesetz.

Hunderte sind am Mittwoch nach der Räumung des linken Zentrums Black Triangle im Leipziger Süden durch die Innenstadt gezogen.

„Weitere Demonstrationen erachten sich nicht weiter sinnvoll, da es sehr wahrscheinlich ähnlich laufen würde“, heißt es bei Indymedia. „Zu begrüßen wären viele militante, dezentrale und gut durchdachte Aktionen, diese lassen sich durch die Bullen nur schwer verhindern und schwer aufklären.“ So könne man Druck auf Deutsche Bahn und Stadt ausüben.

Polizei bleibt wachsam

Die Leipziger Polizei nimmt den Aufruf ernst. „Das Schreiben kennen wir, haben aber auch schon vorher mit entsprechenden Resonanzaktionen gerechnet“, sagte Behördensprecher Andreas Loepki auf Anfrage. Immerhin war von gewaltbereiten Linksautonomen in sozialen Medien bereits gedroht worden: „Räumt – wenn ihr wollt, dass die Stadt brennt!“ Seit der Durchsuchung am Dienstag auf dem seit Juni 2016 besetzten Bahn-Areal am Gleisdreieck an der Arno-Nitzsche-Straße ist die Polizei daher besonders wachsam. „Wir wissen, dass die linksextremistische Szene bereit ist, Gewalt gegen Sachen und Menschen auszuüben“, so Loepki. Er erinnerte in dem Zusammenhang auch an jüngste Anschläge wie jenen in der Silvesternacht auf die Außenstelle des Bundesgerichtshofs in der Karl-Heine-Straße. Ein zweiter Aufruf bei Indymedia empfiehlt diese massive Gewalttat ausdrücklich zur Nachahmung. „Lasst uns diese Institutionen weiterhin zur Zielscheibe nehmen“, heißt es da unter dem Stichwort Antifa. „Solange sie im Dunkeln tappen, werden wir die Gerichte, vor die sie uns zerren werden, angreifen!“

Von Frank Döring

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