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Blitzmarathon in Leipzig: Jeder 16. raste in Radarfalle

Fast 700 Tempoverstöße Blitzmarathon in Leipzig: Jeder 16. raste in Radarfalle

Alle zwei Minuten löste eine Radarfalle der Leipziger Polizei aus: Fast 700 Tempoverstöße wurden beim Blitzmarathon in der Stadt und im Umland registriert. In Leipzig war die Quote der Raser dabei höher als im Rest des Freistaats.

Radarfalle in der Adenauerallee: Fast 700 Temposünder registrierte die Leipziger Polizei beim Blitzmarathon.
 

Quelle: Kempner

Leipzig.  Tausende Autos wurden kontrolliert, jedes 16. Fahrzeug war zu schnell unterwegs. 679 Mal lösten die Radarfallen der Polizeidirektion Leipzig beim diesjährigen Blitzmarathon aus. Damit ging den Beamten bei den 24-stündigen Kontrollen am Mittwoch und Donnerstag im Schnitt etwa alle zwei Minuten ein Raser ins Netz – obwohl die europaweiten Kontrollen zuvor breit angekündigt waren. In Leipzig war die Blitzer-Quote höher als im Rest des Freistaats: 6,5 Prozent der überprüften Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs – die sachsenweite Quote lag bei 5,1 Prozent.

Insgesamt 10.493 Fahrzeuge seien an 20 verschiedenen Punkten im Stadtgebiet und im Umland kontrolliert worden, teilte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf am Donnerstag auf Nachfrage von LVZ.de mit. In 382 Fällen wurden die Fahrer gestoppt und mussten ein Bußgeld zahlen. 297 Temposünder erhalten ihr teures Foto in Kürze per Post. Sieben Geblitzten droht wegen besonders hoher Geschwindigkeitsüberschreitungen ein Fahrverbot. „Angesichts der Vielzahl der kontrollierten Autofahrer zeigt die Zahl derer, die mit überhöhten Geschwindigkeiten festgestellt wurden, dass sich die meisten Verkehrsteilnehmer vorbildlich verhalten und sich der Gefahren von Raserei bewusst sind“, bilanzierte Braunsdorf.

Raser mit Tempo 110 vor Kita gestoppt

Den „Rekord“ im Bereich der PD Leipzig stellte ein BMW-Fahrer auf, der am Mittwochvormittag mit 140 Kilometern pro Stunde auf der Adenauerallee in eine Radarkontrolle raste – erlaubt sind hier 50 km/h. Dem Mann drohen wegen einer Tempoüberschreitung von mehr als 70 km/h innerorts ein dreimonatiges Fahrverbot, 680 Euro Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg. In Leipzig wurde unter anderem an der Semmelweisstraße, Riesaer Straße, Prager Straße, Breisgaustraße und Alten Tauchaer Straße kontrolliert. Insgesamt 53 Beamte waren bis Donnerstagmorgen, 6 Uhr, in drei Schichten im Einsatz.

Blick auf den Kontrollmonitor

Blick auf den Kontrollmonitor: Peter Keller, Leiter Verkehrssicherheitsdienst der PD Leipzig, zeigt die Auswertung der Radarfalle.

Quelle: Kempner

Auch im Landkreis Leipzig und dem Kreis Nordsachsen blitzte es. Vor einer Kindertagesstätte in Süptitz bei Torgau erwischte die Polizei bereits am Mittwochmorgen einen 50-jährigen Autofahrer, der 110 km/h auf dem Tacho hatte – erlaubt waren hier ebenfalls nur 50 Kilometer pro Stunde. Auf ihn kommen 280 Euro Strafe, zwei Punkte und ein zweimonatiges Fahrverbot zu. Kontrolliert wurde unter anderem auch in Borna, Eilenburg, Pegau, Wermsdorf, Lonnewitz, Sitzenroda und Zinna.

Tausende Autofahrer in ganz Sachsen geblitzt

Sachsenweit wurden laut Innenministerium bei 80.049 Kontrollen an knapp 120 verschiedenen Orten insgesamt 4067 Tempoverstöße festgestellt. Damit sank die Quote im Vergleich zu 2015 leicht um 0,2 auf 5,1 Prozent. 2016 hatte Sachsen nicht am Blitzmarathon teilgenommen.

„Der Blitzmarathon ist keine Eintagsfliege. Er spricht eine breite Öffentlichkeit für das Thema Raserei und deren fatale Folgen an“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Im vergangenen Jahr seien knapp 40 Menschen bei Unfällen mit zu hoher Geschwindigkeit ums Leben gekommen – etwa jeder vierte Verkehrstote im Freistaat. Mit 14 Prozent war zu schnelles Fahren laut Innenministerium die Hauptunfallursache.

Von Robert Nößler

Leipzig 51.339695 12.373075
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