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Blitzmarathon in Leipzig gestartet – Autofahrer rast mit 140 km/h in Kontrolle

Jagd auf Temposünder Blitzmarathon in Leipzig gestartet – Autofahrer rast mit 140 km/h in Kontrolle

Vorsicht, teure Fotos: In Sachsen ist am Mittwochmorgen der Blitzmarathon gestartet. In Leipzig kontrolliert die Polizei unter anderem auf der Adenauerallee. Hier raste am Morgen ein Autofahrer mit 140 Sachen durch eine Kontrolle.

Auch Leipzig beteiligt sich am Blitzmarathon: Peter Keller, Leiter des Verkehrssicherheitsdienstes, an der Konrad-Adenauer-Allee.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Polizeidirektion Leipzig beteiligt sich seit dem frühen Mittwochmorgen am europaweiten Blitzmarathon. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet sowie in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen werden seit 6 Uhr Tempokontrollen durchgeführt. „Wir blitzen an verschiedenen Knotenpunkten, die als Unfallschwerpunkte bekannt sind“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de.

Unter anderem stehen die Beamten an der Adenauerallee (B6) in Höhe des Mariannenparks in Schönefeld. Hier wurden bis 10.30 Uhr laut Voigt bereits 54 Tempoverstöße registriert. Den Spitzenwert schaffte ein BMW-Fahrer aus Leipzig. Er raste stadteinwärts mit rund 140 Kilometern pro Stunde in die Radarfalle – erlaubt ist hier Tempo 50. „Der Mann muss nun mit einem hohen Bußgeld und einem mindestens dreimonatigen Fahrverbot rechnen“, so Voigt.

Innenminister Ulbig: „Wollen Bürger nicht abkassieren“

Geblitzt werde auch im Leipziger Umland, „insbesondere an geraden Strecken, wo Autofahrer dazu verleitet werden, schnell zu fahren“, erklärte Voigt. Vor Schulen werde dagegen nicht geblitzt. „Mit Geschwindigkeitskontrollen wollen wir die Bürger nicht abkassieren, sondern auf das Problem Raserei aufmerksam machen“, hatte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) im Vorfeld erklärt. Im Vorjahr starben auf Sachsens Straßen bei Unfällen 162 Menschen. Bei fast jedem vierten Unfall war überhöhte Geschwindigkeit mit im Spiel.

Der Blitzmarathon dauert 24 Stunden bis Donnerstagmorgen um 6 Uhr. Die Beamten der Polizeidirektion seien für die Kontrollen im Drei-Schicht-Einsatz unterwegs, so Voigt. An den Kontrollstellen würden sie jeweils im Schnitt zwei bis drei Stunden blitzen. „Sie entscheiden aber vor Ort, wie lange sie bleiben. Wen es nur wenige Verstöße gibt, wechseln sie den Standort“, sagte Voigt. Eine Bilanz soll am Donnerstag vorliegen.

Autoverbände sprechen von „unsinnigem Aktionismus“

Sachsen hatte sich nach einem Jahr Pause dazu entschlossen, wieder am Blitzmarathon teilzunehmen. Kritik kam von Automobilverbänden: Der Blitzmarathon sei purer Aktionismus, sagte Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs „Mobil in Deutschland“. Angesichts der angespannten Sicherheitslage und der enormen Belastung der Polizei halte er die Aktion für „extrem fragwürdig und unsinnig“.

In diesem Jahr machen nur noch sechs Bundesländer mit – darunter auch Thüringen. Beim letzten Blitzmarathon waren in Sachsen 2015 rund 4600 Autofahrer mit zu hohem Tempo erwischt worden – 1450 weniger als im Jahr zuvor.

Von Robert Nößler

Leipzig Adenauerallee 51.350097 12.4096242
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