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Blutige Fehde zweier Familienclans in Leipzig: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Eisenbahnstraße in Leipzig Blutige Fehde zweier Familienclans in Leipzig: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Mehr als drei Jahre nach der blutigen Auseinandersetzung zweier Großfamilien an der Leipziger Eisenbahnstraße hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage erhoben. Acht Syrern wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.

Auch Dönerschwerter kamen bei dem blutigen Konflikt zum Einsatz.

Quelle: TNN

Leipzig. Mehr als drei Jahre nach der blutigen Auseinandersetzung zweier Großfamilien an der Eisenbahnstraße hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage vor dem Amtsgericht erhoben. Vom ursprünglichen Tatverdacht wegen gemeinschaftlich versuchten Totschlags ist jedoch nicht mehr die Rede. Acht Syrer im Alter zwischen 24 und 56 Jahren, teilweise mit deutscher Staatsbürgerschaft, werden nunmehr des schweren Landfriedensbruchs beschuldigt. Einer der Angeklagten (29) soll sich zudem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Es war am 22. Juni 2014 gegen 21 Uhr, als die tatverdächtigen Syrer und mindestens sieben weitere nicht bekannte Personen vor dem Wohnhaus einer irakischen Familie in der Einertstraße anrückten. Laut Anklage wollten sie die Iraker dazu bewegen, die Strafanzeige gegen einen der Syrer zurückzunehmen. Dieser soll am Tag zuvor mit zwei Komplizen den 15-jährigen Sohn der irakischen Familie in der Eisenbahnstraße zusammengeschlagen und mit einem Butterfly-Messer auf ihn eingestochen haben. Wie es damals aus Ermittlerkreisen hieß, soll der Teenager zuvor die Mutter der syrischen Familie beleidigt haben. Gegen den mutmaßlichen Vergeltungsangriff der Syrer konnte sich der junge Iraker, ein begabter Ringer, einigermaßen zur Wehr setzen. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und Prellungen. Danach erstattete seine Mutter Anzeige. Und sie war auch nicht bereit, diese zurückzunehmen, als nun eine Abordnung des syrischen Clans vor ihrem Haus auftauchte. Aus diesem Grund kam es, so die Staatsanwaltschaft, zu massiven Tätlichkeiten zwischen den sich feindlich gegenüberstehenden Lagern. Der irakischen Mutter und weiteren Familienmitgliedern sei es gelungen, in ihr Wohnhaus zu fliehen. Die Syrer hätten sie verfolgt und versucht, mit Gewalt in das Gebäude einzudringen. So sollen sie die Glasscheiben der Haustür mit Knüppelschlägen und Steinwürfen zerstört und anschließend versucht haben, auf die Bewohner einzuschlagen. Auf Seiten der Iraker wurden fünf Menschen verletzt, darunter auch mehrere Frauen, bei den Syrern gab es drei Verletzte. Trotz der lang andauernden Ermittlungen sei aber nach wie vor nicht sicher, von welcher Seite die Auseinandersetzungen begonnen wurden, so die Anklagebehörde.

Kurz nach dem Konflikt nahm die Polizei fünf beteiligte Syrer fest und brachte sie in Untersuchungshaft. Angesichts der zum Teil lebensbedrohlichen Verletzungen der Opfer war die Staatsanwaltschaft zunächst von einem dringenden Tatverdacht des gemeinschaftlich versuchten Totschlags in fünf Fällen ausgegangen. Wie berichtet, sollen die Angreifer unter anderem mit Messern und Dönerschwertern bewaffnet gewesen sein und diese auch eingesetzt haben. Im November 2014 kamen sie wieder auf freien Fuß. Dem Vernehmen nach sollen die Beschuldigten teilweise ausgesagt haben, dass die Gewalt zunächst von der irakischen Familie ausgegangen sei – was die Ermittler offenbar nicht zweifelsfrei wiederlegen konnten.

Gegen die teilweise Einstellung der Ermittlungsverfahren hinsichtlich des versuchten Totschlags legte mittlerweile ein Opferanwalt Beschwerde ein. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens wurde bislang noch nicht entschieden, teilte ein Sprecher des Amtsgerichts auf Anfrage mit.

Von Frank Döring

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