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Bluttat am Hauptbahnhof: Obdachloser vor Gericht

Prozess in Leipzig Bluttat am Hauptbahnhof: Obdachloser vor Gericht

Nach einem Gewaltexzess am Hauptbahnhof hat am Dienstagmorgen der Prozess gegen einen 32-jährigen Obdachlosen am Landgericht begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor.

Am Leipziger Landgericht steht derzeit ein Obdachloser wegen versuchten Mordes vor Gericht.

Quelle: LVZ

Leipzig.

Die Bluttat ereignete sich am 18. April dieses Jahres im Bürgermeister-Müller-Park. Laut Anklage war Sebastian E. zunächst mit seinem Bekannten Roger K. in Streit geraten. Beide schrien sich an, bis andere Bekannte dazwischengingen. Die Auseinandersetzung schien beendet zu sein. Doch plötzlich soll der gebürtige Hamburger voller Wut wegen des vorangegangenen Streits auf seinen Kontrahenten losgegangen sein. Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, schlug er immer wieder mit mehreren Bierflaschen auf den Kopf und gegen die zum Schutz erhobenen Arme von Roger K. ein. Für das Opfer kam die Attacke laut Anklage völlig überraschend. Roger K. saß in stark angetrunkenem Zustand auf einer Parkbank. Erst als erneut Bekannte hinzukamen, habe der Angeklagte von dem blutüberströmten Kontrahenten abgelassen, so die Staatsanwaltschaft.

Roger K. erlitt erhebliche Verletzungen an Kopf und Armen, durch Scherben wurden Arterien getroffen sowie mehrere Sehnen an seinen Extremitäten durchtrennt. Er musste notoperiert werden, überlebte dadurch den Angriff. Die Staatsanwaltschaft geht vom Mordmerkmal der Heimtücke aus, wirft dem Angeklagten neben versuchten Mordes auch gefährliche Körperverletzung vor. Gegenstand der Anklage sind zudem mehrere Diebstähle in den Hauptbahnhofpromenaden.

Sebastian E. wollte sich zum Prozessauftakt noch nicht zu den Tatvorwürfen äußern, erklärte sein Verteidiger Stefan Wirth. Allerdings waren am ersten Verhandlungstag auch noch keine Sachverständigen anwesend. Dabei kommt es gerade auf die Beurteilung des psychischen Zustands des Angeklagten an, betonte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. Zu klären wird in dem bis Ende November geplanten Prozess auch sein, ob dem Beschuldigten tatsächlich ein Tötungsvorsatz nachzuweisen ist. Die Anklage geht davon aus, dass Sebastian E. wusste, dass seine Schläge zu tödlichen Verletzungen führen können und er dies billigend in Kauf nahm. Und: Er soll nach Angaben des Gerichts schon in der Vergangenheit mehrfach gegenüber Roger K. gewalttätig geworden sein.

Von Frank Döring

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