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Bombensprengung in Leipzig-Wahren reißt sieben Meter tiefen Krater

Ausnahmezustand Bombensprengung in Leipzig-Wahren reißt sieben Meter tiefen Krater

Ausnahmezustand in Wahren und Lützschena-Stahmeln: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate wurde am Güterverkehrszentrum eine Fliegerbombe kontrolliert gesprengt. Hunderte Anwohner mussten ihre Häuser verlassen, Verkehr und Bahnen wurden umgeleitet.

Die Bombe in Leipzig-Wahren hinterließ bei ihrer Sprengung am 31.03.2016 einen sieben Meter tiefen Krater.

Quelle: dpa

Leipzig. Viele Anwohner im Leipziger Norden erlebten am Donnerstag ein Déjà-vu. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen mussten hunderte Menschen sicherheitshalber ihre Häuser verlassen. Auf dem Gelände des Güterverkehrszentrums in Wahren war erneut eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Lesen Sie hier die Ereignisse im Live-Ticker nach.

Aufgrund der Instabilität des Langzeitzünders habe man sich letztlich für eine kontrollierte Sprengung entschieden, teilte Sprengmeister Thomas Lange mit. Zur Sicherheit wurde der Blindgänger mit Wassertanks und Erdabdeckungen gesichert. Anders als bei der Sprengung im Januar mussten am Donnerstag keine Löschfahrzeuge herangezogen werden – ein Hydrant befand sich in der Nähe des Fundortes.

Um Punkt 12 Uhr betätigte Sprengmeister Lange den Auslöser. Der anschließende Knall war noch kilometerweit zu hören, Teile der verwendeten Abdeckungen flogen bis zu 500 Meter weit auf die angrenzende Bundesstraße 6, die Explosion riss einen sieben Meter tiefen Krater. Für den 65-Jährigen war seine 363. Sprengung kein alltäglicher Einsatz. „Dass zwei Bomben der exakt gleichen Bauart in einer solchen räumlichen Nähe gefunden werden, ist äußerst selten“, betonte er. Der Fundort lag nur rund 700 Meter von der Stelle entfernt, an der im Januar der Blindgänger entdeckt worden war.

Fotos von der Sprengung der Fliegerbombe in Leipzig-Wahren.

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Die englische 500-Kilo-Bombe war am Mittwochnachmittag bei Sondierungsarbeiten durch eine Spezialfirma entdeckt worden. Da sich der Blindgänger in nur 1,50 Meter Tiefe befand, wurde um den Fundort ein Sicherheitsradius von einem Kilometer eingerichtet. Bereits am Vorabend waren die Anwohner über die anstehende Evakuierung informiert worden, ab 7.30 Uhr waren rund 900 Menschen aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen.

Als Ausweichquartiere standen den Betroffenen Räume der Alfred-Kästner-Schule am Gartenwinkel sowie die Sporthalle des Rugby Club Leipzig in der Stahmelner Straße zur Verfügung. Zwölf Personen hatten sich am Morgen in der Kästner-Schule eingefunden, die Stimmung war trotz der Ausnahmesituation gelassen. „Die Maßnahme ist ja vernünftig“, betonte Annerose Basedow. Für sie war es bereits die zweite Evakuierung in diesem Jahr. „Es ist eigentlich ein Wunder, dass bei der Nähe zu den Bahngleisen noch nichts passiert ist“, zeigte sie sich überrascht.

Auch Dominic Speck, der erst vor Kurzem nach Wahren gezogen war, und seine Freundin Maria Schaffer zeigten sich angesichts der Evakuierung entspannt. „Es wird schon alles glatt gehen“, war der 21-Jährige überzeugt, „da sind ja Fachleute am Werk.“ Kritik an der Umsetzung der Maßnahme äußerte Anwohnerin Ina Gruber. Die Verantwortlichen seien ihrer Meinung nach nicht ausreichend auf die Situation vorbereitet, für die anwesenden Menschen stünden weder etwas zu Essen noch Getränke bereit. Auch dass gerade die älteren Menschen auf harten Bänken ausharren mussten sei nicht angemessen, so die 34-Jährige.

Auf dem Güterbahnhof in Leipzig-Wahren wurde am Mittwochnachmittag eine Fliegerbombe gefunden. Sie soll am Donnerstag um 12 Uhr gesprengt werden. Fotos: Dirk Knofe

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Der Bombenfund hatte auch Auswirkungen auf umliegende Betriebe. Das Leipziger Porschewerk unterbrach am Morgen seine Produktion, da ein wichtiger Zulieferer evakuiert wurde. Ebenfalls betroffen war die Druckerei der Leipziger Volkszeitung, die 60 Mitarbeiter der Frühschicht wurden gebeten, erst zum Nachmittag zu erscheinen. Die Bundesstraße 6 war zwischen Pittler- und Hans-Grade-Straße voll gesperrt, Autofahrer wurden umgeleitet. Die Züge der Linie S 3 verkehrten über den Flughafen Leipzig/Halle, zwischen Halle und Schkeuditz wurden Ersatzbusse eingesetzt. Ab 15 Uhr rollte der Verkehr schließlich wieder.

Bastian Fischer

Leipzig, Pater-Gordian-Straße 51.382302 12.318707
Leipzig, Pater-Gordian-Straße
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