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Brand in Connewitz: "Mordversuch nach Kündigung"

Brand in Connewitz: "Mordversuch nach Kündigung"

Aus Rache für seine Kündigung soll ein 24 Jahre alter Leipziger am 15. Mai vorigen Jahres im Wohnhaus seiner beiden Chefs in Connewitz Feuer gelegt haben. Zur Zeit des Brandausbruchs gegen 3.15 Uhr schliefen zehn Personen, darunter auch Kinder, in dem Gebäude.

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Im Landgericht Leipzig begannn der Prozess wegen versuchten Mordes gegen den Angeklagten Marco H. - hier mit seinem Verteidiger Ingo Stolzenburg.

Quelle: André Kempner

Die Staatsanwaltschaft wirft Marco H. deshalb versuchten Mord in zehn Fällen vor. Am Landgericht begann gestern der Prozess.

Sie verdanken ihr Leben einem kleinen Gerät in der vierten Etage des betroffenen Gebäudes in der Bornaischen Straße - einem Rauchmelder. Er löste in der Tatnacht akustischen Alarm aus, als ein im Erdgeschoss angezündeter Fahrradanhänger und Teile der Holzvertäfelung lichterloh brannten und es bereits stark qualmte. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf das komplette Treppenhaus und die Wohnungen übergriffen. "Der Angeklagte jedoch nahm billigend in Kauf, dass die Bewohner durch Rauchgase und das Feuer ums Leben kommen könnten", sagte gestern Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller. "Er brachte sie in die Gefahr des Todes." Der 24-Jährige jedenfalls habe das Gebäude verlassen, ohne die zur Nachtzeit tief und fest schlafenden Personen zu warnen. Müller geht von einem "zehnfachen Mordversuch aus Rache für die Kündigung" aus. In dem Gebäude befindet sich die Filiale einer Pizza-Lieferkette, bei der Marco H. angestellt war. Und dort wohnen auch die beiden Filial-Inhaber.

Laut Staatsanwalt hatten sie den Mitarbeiter vor die Tür gesetzt, nachdem er Mitte April unbefugt mit dem Lieferfahrzeug, einem Citroën, 160 Kilometer durch die Stadt gedüst war. "Übrigens ohne im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein", so Müller weiter. Er warf dem Leipziger zudem vor, in der Nacht des Brandes auch noch die Reifen von drei Autos zerstochen zu haben: Auch sie gehörten den Familien seiner Ex-Arbeitgeber beziehungsweise einem Kollegen. Darüber hinaus muss sich Marco H. wegen einer Reihe anderer Delikte wie Sachbeschädigung verantworten.

"Als ich die Anklage las, war ich geschockt", schrieb Marco H. in einem Brief an das Landgericht, der gestern verlesen wurde. Darin gab er zu, den Fahrradanhänger in dem Gebäude angezündet zu haben. "Aber ich hatte nicht die Absicht, Menschen in Gefahr zu bringen." Versuchten Mord bestreite er daher ausdrücklich, so der Angeklagte weiter. Erst beim nächsten Prozesstag am 22. Januar werde sich sein Mandant zu den einzelnen Vorwürfen detailliert äußern, kündigte Verteidiger Ingo Stolzenburg an.

Marco H. hat bereits neun Vorstrafen auf seinem Konto. Schon kurz nach seinem Wechsel von der Mittel- zur Förderschule - da war er zwölf Jahre alt - sei er durch Alkohol- und wenig später durch Drogenmissbrauch aufgefallen, hieß es in den Urteilsbegründungen. Zwei Lehrausbildungen - zum Hotelfachmann sowie zum Kfz-Mechatroniker - brach er ab. Sein einziger Lichtblick seien seine Freundin und die Kinder; die beiden gemeinsamen sind ein und drei Jahre alt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2014

Kreuz, Sabine

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