Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Brand in Leipzig: Ermittler legen Ergebnisse vor - Versicherung sorgt für Ärger mit Werbung

Brand in Leipzig: Ermittler legen Ergebnisse vor - Versicherung sorgt für Ärger mit Werbung

Leipzig. Der nach dem Hausbrand im Leipziger Stadtteil Schönau entdeckte tote 62 Jahre alte Heinz S. hat sich erschossen. „Es spricht alles dafür, dass er sich selbst umgebracht hat“, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig.

Das habe die Obduktion am Donnerstag ergeben. Der Mann war nach dem Brand in dem Reihenendhaus am Eisenberger Ring von der Feuerwehr leblos in einem angrenzenden Gartenhaus gefunden worden. „Neben ihm hat eine Schusswaffe gelegen“, berichtete Schulz.

Fest steht jetzt auch die Ursache für den Brand, der das Wohngebäude völlig ruiniert hat. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der 62- Jährige vor seinem Suizid an mehreren Stellen im Haus eine Flüssigkeit ausgekippt und anschließend angezündet. Die Ermittler sprechen von einem Brandbeschleuniger. Worum es sich genau handelte, müssten weitere Untersuchungen beim Landeskriminalamt ergeben.

Anwohner hatten von mehreren Explosionen am Mittwochabend berichtet. „Es soll geknallt haben wie bei einem Feuerwerk“, so Schulz. Genaue Erkenntnisse zu einer Detonation lägen noch nicht vor. Möglicherweise ist in den Flammen Munition in die Luft gegangen, die gelagert wurde. Der Hausbesitzer besaß als Sportschütze einen Waffenschein. Ermittler haben Schulz zufolge in den Räumen auch weitere Waffen gefunden.

Das Motiv für die Tat liegt offiziell noch im Dunkeln. „An Spekulationen will ich mich nicht beteiligen“, so Staatsanwalt Schulz. Der Sportschütze hatte zusammen mit Frau und Sohn in dem Reihenendhaus gewohnt. Beide hatten sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht in dem Gebäude aufgehalten.

phpcbc3a674cd201202231341.jpg

Leipzig. Nach dem Brand in einem Reihenhaus im Leipziger Stadtteil Schönau hat am Donnerstag die Kriminalpolizei ihre Arbeit vor Ort aufgenommen. Zwei Kernfragen sind zu klären: Was war Ursache für den Brand am Eisenberger Ring und wie ist der im angrenzenden Gartenhaus mit Schussverletzungen tot aufgefundene Familienvater ums Leben gekommen? 

Zur Bildergalerie

Während bei den Anwohnern der Schock nach dem Brand noch tief sitzt, lieferte die LVM Versicherung einen Tag nach dem Feuer einen weiteren Aufreger. Ein besonders eifriger Vertreter steckte Informationsschreiben in die Briefkästen im Wohnviertel. Darin nimmt er noch einmal Bezug auf das Feuer in dem Reihenendhaus und preist eine gute Wohngebäudeversicherung an.

„Wir gewährleisten nicht nur eine schnelle Regulierung des Schadens, sondern sorgen auch für die Unterbringung der Familie in einem Hotel“, heißt es in dem Brief. Zusätzlich bietet der Versicherer eine kostenfreie Wertermittlung für Häuser an. „Ein absolut pietätloser Brief“, findet Karsten Gasche, der auch am Eisenberger Ring wohnt.

Die LVM Versicherung ruderte am Freitag zurück. „Wir entschuldigen uns bei den Anwohnern“, sagte Unternehmenssprecherin Carmen Hörbelt gegenüber LVZ-Online. Der für das Schreiben verantwortliche Mitarbeiter wohne selbst in der Nähe und habe die Rauchsäule am Mittwoch gesehen. Er habe nur helfen wollen und sei dabei übers Ziel hinausgeschossen. Von dem Toten, sagte Hörbelt, wusste der Makler beim Verteilen seiner Post noch nichts. Es handele sich um einen bedauerlichen Einzelfall, so die Sprecherin.

Matthias Roth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Hier erreichen Sie das Ordnungsamt

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr