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Brandserie im Leipziger Norden: Angeklagter gesteht zum Prozessauftakt

Über 45.000 Euro Schaden Brandserie im Leipziger Norden: Angeklagter gesteht zum Prozessauftakt

Zum Prozessauftakt gegen zwei mutmaßliche Serienbrandstifter am Leipziger Amtsgericht hat ein Angeklagter am Mittwochmorgen ein Geständnis abgelegt – und dabei auch seinen Mitangeklagten belastet. Die Staatsanwaltschaft wirft den inhaftierten Marcus L. (30) und Erik H. (17) vor, zwischen Dezember 2014 und September 2015 mit wechselnder Beteiligung in sieben Fällen gezündelt zu haben.

6. März 2015 in der Zschopauer Straße: Aus einer Lagerhalle dringt Qualm, die Feuerwehr kommt zum Einsatz.

Quelle: Holger Baumgaertner

Leipzig. „Wir haben uns Spiritus und Grillanzünder geholt, dann ging es los“: Zum Prozessauftakt gegen zwei mutmaßliche Serienbrandstifter am Leipziger Amtsgericht hat ein Angeklagter am Mittwochmorgen ein Geständnis abgelegt – und dabei auch seinen Mitangeklagten belastet. Die Staatsanwaltschaft wirft den inhaftierten Marcus L. (30) und Erik H. (17) vor, zwischen Dezember 2014 und September 2015 mit wechselnder Beteiligung in sieben Fällen gezündelt und damit einen Gesamtschaden in Höhe von mehr als 45.000 Euro angerichtet zu haben. Marcus L. gab das unumwunden zu. Schon bei den Ermittlungen sei er „sehr kooperativ“ gewesen, sagte ein Kripo-Beamter. „Wir wollten ihn nur als Zeugen befragen, weil gegen ihn kein Anfangsverdacht bestand. Aber er schien auf uns gewartet zu haben und erzählte uns sogar von Bränden, die wir noch gar nicht kannten.“ Objektive Spuren habe es hingegen nicht gegeben.

Marcus L. berichtete vor Gericht von Streifzügen mit seinem Mitangeklagten Erik H., etwa am 6. März 2015, wo zunächst in der Kleingartenanlage „Nordstern“ an der Friedrichshafner Straße in Mockau zwei Lauben in Flammen aufgingen und rund 8000 Euro Schaden entstand. Auf dem Heimweg von diesem Tatort soll der Jüngere dann noch an der Zschopauer Straße in Thekla in einer Lagerhalle voller Strohballen und Landmaschinen gezündelt haben – Schaden hier: 4000 Euro. Auch im Keller eines leerstehenden Schulgebäude in der Rosenowstraße sollen beide im Frühjahr 2015 Feuer gelegt haben. Möbel verbrannten, der Schaden wird auf rund 7000 Euro beziffert. In der Kleingartenanlage „An der Parthe“ in der Rohrteichstraße fackelten sie nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mehrere Lauben ab und richteten 15.700 Euro Schaden an. „Wir wollten dort was mitnehmen“, gestand Marcus L. ihren Einbruch, „aber es war nichts da.“ Zu zweit seien sie auch in einer Garage in der Friedrichshafner Straße gewesen, wo am 9. April 2015 ein Brand ausbrach. Marcus L. räumte schließlich auch ein, am 15. September 2015 einen Container angezündet zu haben, wodurch die Flammen auch auf ein Mehrfamilienhaus übergriffen – rund 10.000 Euro Schaden.

Erik H. leugnete hingegen: „Ich habe mit den Bränden nichts zu tun“. Später räumte er seine Mitwirkung am Garagenbrand ein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, mit einem Komplizen in der Nacht zum 3. Dezember 2014 die Laube seines Bekannten Andreas G. (48) abgebrannt zu haben. „Ich habe den Garten für meinen krebskranken Vater gepachtet, weil er einen letzten schönen Sommer haben sollte“, so das Opfer. Später habe man auch den Geburtstag von Erik H. dort gefeiert. „Warum“, meinte Andreas G., „soll er das kaputt machen?“

Von Frank Döring

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