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Brandserie in Leipzig: 24-Jähriger muss in Untersuchungshaft

Brandserie in Leipzig: 24-Jähriger muss in Untersuchungshaft

Haftbefehl hat das Amtsgericht am Freitag gegen den  24-jährigen Leipziger erlassen, der am Vortag  nach einer Brandserie festgenommen worden war. Das teilten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Tommy T. soll am vergangenen Sonntag gegen 3.15 Uhr die Scheiben eines BMW X 5 eingeschlagen und im Fahrzeug einen Brand gelegt haben.  Das Fahrzeug war in der Bernhardstraße/Krönerstraße im Stadtteil Volkmersdorf abgestellt worden. Es entstand ein Schaden in Höhe von 90.000 Euro.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um den jungen Mann, der bereits am Tag des Feuers in der Nähe des Brandanschlages gestellt und kontrolliert worden war, anschließend jedoch wieder laufen gelassen wurde. Seine Kleidung wurde danach im kriminaltechnischen Labor auf Spuren von Brandbeschleunigern untersucht. Der Befund war positiv. Am Montag soll T. zudem am frühen Morgen versucht haben, in ein Computergeschäft im Leipziger Osten einzubrechen.

Am Donnerstag erfolgte dann seine Festnahme um 13.42 Uhr im Leipziger Südosten durch Beamte des LKA. Die aus Polizei und LKA gebildete Sonderermittlungsgruppe „Südost" durchsuchte auch die Wohnung des jungen Mannes in der Bernhardstraße und stellten dabei umfangreiches Beweismaterial sicher.

T. ist für die Polizei kein Unbekannter. Er ist bereits mehrfach wegen Eigentumsdelikten, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorbestraft. Deshalb habe er auch schon wiederholt im Gefängnis gesessen. Bis zu seiner Festnahme am Donnerstag befand er sich nur zur Bewährung auf freiem Fuß.

Die Polizei prüft nun, ob der 24-Jährige Mitglied der "Militanten Gruppe Leipzig" ist. Die angebliche Organisation hatte sich zu dem Anschlag vom Sonntag auf den BMW X 5 sowie zu zwei weiteren Übergriffen vom 21. Januar bekannt: Um 6.15 Uhr wurde an diesem Tag im Leipziger Südosten ein Auto in einer Tiefgarage in der Anna-Kuhnow-Straße in Brand gesteckt. Etwa eine halbe Stunde später stand das Fahrerhaus eines Fahrzeugtransporters, auf dessen Ladefläche drei Kleinbusse abgestellt waren, darunter zwei Polizeieinsatzfahrzeuge in Flammen. Der Transporter parkte in der Crusiusstraße/Täubchenweg.

Für einen dritten Brandanschlag vom 21. Januar, bei dem um 3.42 Uhr ein weiterer Kleintransporter völlig zerstört wurde, liegt kein Bekennerschreiben vor. Der Wagen war an exakt der gleichen Stelle wie der ausgebrannte Geländewagen vom Sonntag abgestellt worden.

Dass Tommy T. der Mann sein könnte, der die Internet-Logistik aufbaute, über welche die "Militante Gruppe" anonymisiert ihre Bekennerschreiben und Internetbotschaften verschickte, ist denkbar. Immerhin ist der 24-Jährige ein ausgewiesener Experte. Bis vor ein paar Wochen war er Gesellschafter und Filialleiter einer bekannten Computerkette mit mehreren Läden in Leipzig und Umgebung.

"Er war immer korrekt, wollte Karriere machen, gutes Geld verdienen", so ein Ex-Geschäftspartner. "Irgendwann gegen Ende 2009 ließ er sich immer mehr hängen, hat Dinge schleifen lassen, so dass wir uns von ihm trennen mussten." Möglich, dass sich T. in dieser Phase radikalisierte. Dass der Tatverdächtige der linksextremen Szene angehört, wurde bislang nicht bestätigt.

rb/F.D./mro

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