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Polizeiticker Leipzig Brandserie in Leipziger 16-Geschosser – Mieter muss in Haft
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Brandserie in Leipziger 16-Geschosser – Mieter muss in Haft
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18:41 20.03.2018
Legt im Amtsgericht ein Geständnis ab – der Leipziger Ronny M. (42). Er wollte löschen und somit ein Held sein.
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Leipzig

„Sein Motiv war kindisch: Er wollte als Brandmeister und als Held dastehen“, sagte Verteidiger Stephan Bonell. Sein Mandant Ronny M. (42) hat ausgerechnet in dem 16-Geschosser in Grünau, in dem er selbst wohnte, immer wieder Feuer gelegt, dann selbst gelöscht oder Alarm geschlagen. Für seine Brandserie in dem Hochhaus in der Stuttgarter Allee bekam der Möbelträger am Dienstag vom Leipziger Amtsgericht die Quittung: zwei Jahre und vier Monate Gefängnis. Bonell hatte eine etwas geringere, die Staatsanwaltschaft eine etwas höhere Sanktion beantragt.

Mieter sprachen von „Horrorhaus“

Ohne Geständnis wäre das Urteil weitaus höher ausgefallen. Zumal die Beweissituation als „ziemlich eindeutig“ galt, so Richterin Ute Pisecky. Elfmal zwischen dem 3. Juli und dem 26. September 2017 hatte Ronny M. gezündelt: Mal ließ er in den Fahrstühlen Unrat in Flammen aufgehen, dann wieder entfachte er Feuer auf Fluren oder direkt an der Wohnungstür.

„Es bestand die Gefahr, dass sich die Brände ausdehnen“, betonte die Richterin. Zum Glück gab es keine Verletzten. Für „besonders verwerflich“ hielt es das Gericht, dass Ronny M. noch während der Ermittlungen der Polizei vor Ort in dem betroffenen Hochhaus schon das nächste Mal zündelte. Die Mieter waren in großer Angst, sprachen schon von einem „Horrorhaus“ und richteten eine Brandwache ein. Schlimm zudem war, dass die Fahrstühle zeitweise gesperrt werden mussten.

Polizisten in Zivil legten sich schließlich auf die Lauer. Als es am 26. September spät abends erneut loderte, deuteten alle Indizien auf den 42-Jährigen hin. Er wurde festgenommen und sitzt seit dem 27. September in Untersuchungshaft.

Gericht verzichtete auf 47 Zeugen

Staatsanwalt Michael Viehweger hatte ihm schwere Brandstiftung, fünf versuchte Brandstiftungen und fünf Sachbeschädigungen zur Last gelegt. Aufgrund des Geständnisses konnte das Gericht auf die Anhörung von 47 Zeugen und vier Gutachtern verzichten. Die enorme Zeitersparnis wurde dem Angeklagten letztlich zugute gehalten. Negativ wiederum wirkten sich die 16 Vorstrafen aus – mal ging es um Körperverletzung, dann wieder um Schwarzfahren, Betrug oder Missbrauch von Notrufen.

„Mein Mandant will jetzt alles schnell hinter sich bringen“, sagte Bonell. Ronny M. habe sich als Helfer für Polizei und Feuerwehr positiv darstellen wollen. Seine kleine Tochter sollte zu ihm aufschauen können.

Von Sabine Kreuz

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