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Brutale Raubüberfälle auf Frauen in Leipzig: Mutmaßlicher Messerstecher vor Gericht

Brutale Raubüberfälle auf Frauen in Leipzig: Mutmaßlicher Messerstecher vor Gericht

Mit einer Serie brutaler Raubüberfälle auf Frauen verbreitete ein Messerstecher im vorigen November Angst und Schrecken in der Stadt. Seit gestern muss sich der Vietnamese Duy N.

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Angeklagter Duy N. am Landgericht Leipzig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

(33) deshalb vor dem Landgericht verantworten. Staatsanwalt Norman Lieber warf ihm zu Prozessbeginn schweren Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung - insgesamt 18 Fälle - vor.

Helga A. war das erste Opfer. Am 13. November gegen 3.30 Uhr soll Duy N. die Frau in Schönefeld-Abtnaundorf von hinten angegriffen und ihr ein Cutter-Messer an den Hals gehalten haben. Er erbeutete 80 Euro, einen Ausweis und die Wohnungsschlüssel. Damit wollte er laut Anklage am nächsten Tag bei Helga A. einbrechen, doch die Schlösser waren bereits ausgewechselt. Kurz nach diesem Misserfolg, am 14. November gegen 12 Uhr, griff der Angeklagte nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft in der Kohlgartenstraße Linda G. an, hielt ihr wieder ein Messer an den Hals, forderte "Geld und Handy!" Bevor er mit seiner Beute floh, soll er der Frau gedroht haben: "Wenn du die Polizei rufst, bist du tot." Das Opfer litt vier Wochen lang unter Angstzuständen und Schlafstörungen.

Schon einen Tag später gab es den nächsten Raubüberfall: Gegen 17.45 Uhr wurde Andrea W. in der Schwantesstraße zu Boden gerissen und ihrer Handtasche beraubt. Besonders brutal ging der Täter am 18. November in der Rubensstraße zu Werke. Gegen 13.10 Uhr attackierte er Christin P., schlug ihr von hinten eine Weinflasche auf den Kopf und drohte mit dem abgebrochenen Flaschenhals. Er raubte das Handy der Frau, stach nach einem Zeugen, der eingreifen wollte.

Weitere Übergriffe auf Frauen verübte Duy N. der Staatsanwaltschaft zufolge am 19. November gegen 14.20 Uhr im Sommerfelder Weg und am 20. November gegen 17.40 Uhr am Waldplatz. Hier soll er sein Opfer Sarah M. gegen die Wand der Haltestelle gedrückt und ihr mit einer 15 Zentimeter langen Messerklinge in die linke Hand gestochen haben. Die Frau erlitt auch im Gesicht eine Schnittverletzung. Zwei Tage darauf, am 22. November gegen 13.45 Uhr, raubte der gelernte Elektriker in der Bautzner Straße das Handy von Juliane S., führt die Anklage auf, am 23. November gegen 18.45 Uhr in der Bästleinstraße die Handtasche von Susann S. Mit deren EC-Karte versuchte der Angeklagte vergeblich, Geld abzuheben, so Staatsanwalt Lieber, er hatte keine Pin. Am 24. November gegen 20.15 Uhr wurde Franziska P. in der Löbauer Straße überfallen. Am 27. November soll der Beschuldigte gleich zweimal zugeschlagen haben: Gegen 5.15 Uhr raubte er laut Anklage Anne H. in der Leonhard-Frank-Straße aus. Gegen 7.20 Uhr soll er in der Hohmannstraße versucht haben, Anja J. den Rucksack zu entreißen. Als die Lehrerin fliehen wollte, habe er sie zu Boden geschlagen und versucht, auf ihren Oberkörper einzustechen, so die Tatvorwürfe. Weil die Frau um Hilfe schrie, floh der Täter. Sie erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades, eine Fingerfraktur und einen Schock. Verletzt wurde auch Tyu T., die bei einem Überfall am 28. November in der Bästleinstraße in den Arm gestochen wurde. Nach drei weiteren Raubstraftaten in Robert-Volkmann-Straße, Philipp-Rosenthal-Straße und Konradstraße wurde Duy N. am 30. November vorläufig festgenommen, sitzt seit 1. Dezember in Untersuchungshaft.

Bei einem Vorgespräch einigten sich 6. Strafkammer, Staatsanwaltschaft und Verteidiger Wolfgang Männel darauf, dass Duy N. im Falle eines Geständnisses mit einer Freiheitsstrafe "knapp unterhalb von zehn Jahren" davonkommt, berichtete der Vorsitzende Richter Jens Kaden. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft eine Haftzeit im deutlich zweistelligen Bereich angestrebt.

Der Prozess ist bis Ende September geplant, Fortsetzung am kommenden Dienstag.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2014

Frank Döring

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