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Bundesweite Razzia gegen Menschenhandel - Aktionen auch im Leipziger Rotlichtmilieu

Bundesweite Razzia gegen Menschenhandel - Aktionen auch im Leipziger Rotlichtmilieu

Mit einer flächendeckenden Razzia in bundesweit rund 1000 Bordellen hat die Polizei nach Hinweisen auf Menschenhändler aus Westafrika gesucht. An der Aktion in der Nacht zum Freitag waren nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) 120 Polizeidienststellen beteiligt, darunter auch die in Leipzig.

Wiesbaden/Leipzig. Die Leipziger Kriminalbeamten suchten zwischen 17 und 1.30 Uhr im gesamten Stadtgebiet 50 Wohnungen sowie sieben Häuser auf, in denen Prostitutionsgewerbe angemeldet sind.

Bundesweit trafen die Beamten rund 170 Prostituierte aus Westafrika an, wie das BKA am Freitag in Wiesbaden berichtete. In Leipzig nahmen die Kontrolleure die Personalien von drei Schwarzafrikanerinnen auf. Während im gesamten Bundesgebiet laut BKA bei einigen der dringende Verdacht bestehe, dass sie Opfer von Menschenhändlern seien, habe die Überprüfung in Leipzig bislang nichts ergeben, sagte Polizeisprecher Sebastian Spreer am Freitag gegenüber LVZ-Online. „Bislang liegen uns keine Anhaltspunkte vor, das es sich um illegale Geschäfte handelt“, erklärte er. Die näheren Ermittlungen dauerten bundesweit jedoch noch an, so das BKA.

Die Ermittler vermuten nach ihren bisherigen Erfahrungen ein bundesweites Netz von westafrikanischen Zuhältern, eingeschleusten Prostituierten, Geldwäschern, Passverleihern, Dokumentenfälschern und Schleusern. Analysten der europäischen Polizeibehörde Europol waren ebenfalls an der Razzia beteiligt, um Verbindungen ins europäische Ausland zu erhellen.

Laut BKA werden die jungen Frauen unter anderem mit angeblichem Voodoo-Zauber eingeschüchtert. Sie zu identifizieren sei häufig erst der Einstieg in polizeiliche Ermittlungen, erklärte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Der bundesweite Kontrolltag sei ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung.

Christiane Lösch/dpa

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