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Buttersäure-Anschlag auf Leipziger Firma von Frauke Petry – Polizeifahrzeug brennt

Nächtliche Attacke Buttersäure-Anschlag auf Leipziger Firma von Frauke Petry – Polizeifahrzeug brennt

Auf eine Firma in Leipzig-Plagwitz ist in der Nacht zum Donnerstag ein Buttersäure-Anschlag verübt worden. Geschäftsführerin des Unternehmens ist die AfD-Parteichefin Frauke Petry. Zudem zündeten Unbekannte in der Nacht auf der Eisenbahnstraße ein Polizeifahrzeug an.

Ein Polizist schaut am Donnerstagvormittag durch die zerstörten Scheiben der „PURinvent System GmbH“.

Quelle: Holger Baumgärtner

Leipzig. Auf die Leipziger Firma der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry, die „PURinvent System GmbH“, ist in der Nacht zum Donnerstag ein Buttersäure-Anschlag verübt worden. Anwohner des Geländes an der Weißenfelser Straße im Stadtteil Plagwitz bemerkten gegen 2 Uhr das Klirren von Scheiben und sahen drei Personen davonrennen, erklärte Polizeisprecher Andreas Loepki gegenüber LVZ.de. Durch die zerstörten Fensterscheiben sei übelriechende Flüssigkeit ins Gebäude geworfen worden, Teile der Fassade wurden beschmiert. „Darüber hinaus wurde auch ein Fahrzeug einer Sicherheitsfirma entglast“, so Loepki weiter.

"Auftragskommando Bernd Lucke oder besser" bekennt sich

Um 3.25 Uhr erschien auf dem Internetportal Indymedia dann auch ein entsprechendes Bekennerschreiben des selbst ernannten „Auftragskommandos Bernd Lucke oder besser“. Darin heißt es: „Mit der Aktion wollen wir auf die sich drastisch zuspitzende rassistische Stimmung in Deutschland aufmerksam machen“. Die Gruppe habe sich bewusst für die Räume von Frauke Petry entschieden, um sie direkt zur Verantwortung ziehen zu können und „ihren wirtschaftlichen Rückzugsraum zu sabotieren“. Die Räume seien mit Buttersäure versehen worden, weil zuletzt auch ein ähnlicher Anschlag auf ein Flüchtlingslager in Dresden verübt worden war. Die Verfasser des Schreibens sehen einen direkten Zusammenhang zwischen AfD-Politik und der Stimmungsmache bei Legida, Pegida und Co.

Auf die Leipziger Firma der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry ist in der Nacht zu Donnerstag ein Buttersäure-Anschlag verübt worden. Fensterscheiben wurden zerstört. Die Kriminaltechniker sicherten vor Ort zahlreiche Spuren. Foto: Holger Baumgärtner.

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Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen und prüft dabei auch einen Zusammenhang zu einem Anschlag wenig später auf ein Polizeiauto auf der Eisenbahnstraße im Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld. Das Fahrzeug war vor dem dortigen Polizeiposten geparkt. „Die Beamten hörten gegen 3 Uhr einen lauten Knall, der von einer zerstörten Türscheibe des Polizeiposten kam. Durch das Glas sahen die Kollegen, wie der vordere Bereich des Fahrzeugs brannte“, erklärte Polizeisprecher Loepki. Trotz Versuchen, das Feuer zu löschen, brannte der Motorraum komplett aus. „Es entstand ein Schaden in Höhe von 30.000 Euro“, sagte Loepki.

Das zerstörte Polizeifahrzeug auf der Eisenbahnstraße.

Quelle: TNN

Polizei nimmt sechs Personen fest

Die Beamten leiteten im Anschluss sofort eine Fahndung ein. Einer der Streifen fiel eine sechsköpfige Gruppe auf, die vor den Polizisten wegrannte. „Die Personen flüchteten in ein Carré, das wir umstellt haben“ erklärte der Polizeisprecher. Die sechs Jugendlichen im Alter von 16 bis 22 Jahren konnten festgenommen werden. „Ein 22-Jähriger war uns bereits als linksmotivierter Straftäter bekannt. Bei einem 18-Jährigen lief noch ein Verfahren aufgrund von Landfriedensbruch am Rand der Legida-Demo am 30. März“, sagte Loepki. Der 18-Jährige habe am 30. März gemeinsam mit etwa 1000 weiteren Personen versucht, gewaltsam eine Polizeiabsperrung zu überwinden. Ein 21-Jähriger war zudem am vergangenen Montag aufgefallen, weil er sich am Rand des Legida-Aufmarschs vermummt hatte. „Gegen die anderen drei – zwei Mädchen im Alter von 17 und 21 Jahren sowie gegen einen 16-Jährigen liegt bisher nichts vor“, so der Sprecher weiter.

Die sechs Festgenommen befanden sich am Donnerstagvormittag noch in vorübergehenden Gewahrsam. „Wir prüfen, ob es auch Zusammenhänge zur Tat in Plagwitz gibt“, sagte Loepki. Zeitlich und örtlich wäre das möglich, „wir können bisher aber weder etwas bestätigen, noch etwas ausschließen“, so der Polizeisprecher. Der Staatsschutz und das Operative Abwehrzentrum (OAZ) haben die Ermittlungen übernommen. Auch Beamte des Landeskriminalamts wurden hinzugezogen.

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