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Computerspiel diente als Vorlage: Leipziger Trio gesteht Überfälle auf Konsum-Filialen

Computerspiel diente als Vorlage: Leipziger Trio gesteht Überfälle auf Konsum-Filialen

Ein Computerspiel diente ihnen als Vorlage für ihre Überfälle auf zwei Konsum-Filialen im Februar vorigen Jahres in Grünau. Das räumten die Angeklagten am Mittwoch zum Auftakt des Prozesses am Landgericht ein.

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Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. "Die Idee für die Überfälle stammte von mir. Ich hatte das Spiel, benötigte zudem dringend Geld. Es hat sich einfach angeboten", gab der Angeklagte Ratik G. zu.

Weder der 17-Jährige noch seine beiden Komplizen, die ebenfalls ein Geständnis ablegten, hatten sich seinerzeit Gedanken über die Folgen für die Opfer gemacht. "Es war falsch, es tut mir leid. Aber ich habe erst in der Haft darüber nachgedacht", räumte der 15-jährige Ricardo P. gestern ein. Er war damals von dem 17-Jährigen in der Schule darauf angesprochen worden, ob er mitmachen wolle. "Zu zweit haben wir uns aber nicht getraut", berichtete der Jüngere. Also schalteten sie den großen Bruder eines Kumpels ein, der als "gut gebaut" galt. Jan I., 23 Jahre alt, fackelte nicht lange, als er gefragt wurde: "Hast du Lust, einen Laden zu überfallen?"

Leipzig. Ein Computerspiel diente ihnen als Vorlage für ihre Überfälle auf zwei Konsum-Filialen im Februar vorigen Jahres in Grünau. Das räumten die Angeklagten am Mittwoch zum Auftakt des Prozesses am Landgericht ein. "Die Idee für die Überfälle stammte von mir. Ich hatte das Spiel, benötigte zudem dringend Geld. Es hat sich einfach angeboten", gab der Angeklagte Ratik G. zu.

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Letzterer stattete sich mit einem ­Teleskopschlagstock aus, die beiden Jugendlichen mit Schreckschusswaffen. Zu dritt stürmten sie am 4. Februar 2014 kurz vor Ladenschluss in den Konsum an der Jupiterstraße, in dem sich um diese Zeit keine Kunden mehr befanden. Alle drei hatten sich maskiert, gingen in dem Geschäft arbeitsteilig vor. Einer bedrohte die Konsum-Kassiererin, während die beiden Komplizen von den Mitarbeiterinnen an Post- und Bäckerstand die Einnahmen verlangten. Im Anschluss teilten sie die Beute: Jeder erhielt 120 Euro und ein paar Schachteln Zigaretten. Weil es so gut klappte, so die einhellige Aussage der Angeklagten gestern, habe man am 10. Februar eine weitere Filiale in der Alten Salzstraße nach derselben Vorgehensweise überfallen. Die Ausbeute für jeden: etwa 180 Euro und Zigaretten.

"Ich habe mich mitreißen lassen", so die Erklärung des 23-jährigen Jan I., die sein Verteidiger Sven Tamoschus gestern verlas. "Die Anklage stimmt." Auch die Verteidiger der beiden Mitangeklagten wiesen darauf hin, dass ihre Mandanten bereits frühzeitig geständig waren. Ratik G., so Anwalt Curt-Matthias Engel, "steht zu seiner Tat und ist um Aufklärung bemüht". Auch Ricardo P. habe schon im Ermittlungsverfahren seine Beteiligung eingeräumt, erklärte Verteidiger Ingo Stolzenburg. Zeugen kamen noch nicht zu Wort, sie sollen an den weiteren Prozesstagen bis 13. April vernommen werden.

Bereits im Februar 2014 flog das Trio auf. Zwar hatte es die Waffen entsorgt, die Bekleidung teils verbrannt, allerdings in der Schule mit den Überfällen nach der Vorlage beim Computerspiel geprahlt. Darin befinden sich alle Schauplätze in fiktiven US-Bundesstaaten und Städten, die aber an reale Orte angelehnt sein sollen. Zwei Gangster rauben zusammen mit zwei Komplizen eine Bank aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2015

Sabine Kreuz

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