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Conne Island wehrt sich gegen Rassismusvorwurf der Leipziger Polizei

Bagatellisierung von sexueller Gewalt Conne Island wehrt sich gegen Rassismusvorwurf der Leipziger Polizei

Die Security im Conne Island hat einen Mann Hausverbot erteilt, der eine Frau sexuell attackiert haben soll. Im Bericht der Polizei wird dem Soziokulturzentrum unter anderem Rassismus vorgeworfen.

Blick auf den Eingang zum Veranstaltungssaal des Conne Islands. (Archivfoto)
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Nach dem Rauswurf eines Gastes, der eine Frau beim Tanzen sexuell belästigt haben soll, wehrt sich das Leipziger Conne Island nun gegen Rassismus-Vorwürfe der Polizei. Zudem kritisieren die Verantwortlichen im Soziokulturzentrum, dass die Beamten den Angriff auf die Frau eher bagatellisierten, anstatt sexuelle Gewalt ernst zu nehmen.

Am vergangenen Samstagabend hatte die Security im Conne Island einen 31-Jährigen des Hauses verwiesen, nachdem eine Frau sich über dessen sexuellen Angriffe beschwert hatte. „Der Täter reagierte daraufhin aggressiv und warf mit Flaschen und Steinen um sich, verließ jedoch schlussendlich die Örtlichkeit“, so die Angaben aus dem Soziokulturzentrum. Nach Ende der Tanzveranstaltung soll der 31-Jährige allerdings erneut zurückgekehrt sein, diesmal in Begleitung von zehn Polizeibeamten.

Der Mann verlangte nun, dass seine Jacke herausgegeben werde. „Die anwesenden Conne Island-Mitarbeiter erklärten den Beamten, dass der Täter aufgrund eines Übergriffs Hausverbot erhalten habe und sich deswegen nicht mehr auf dem Gelände aufhalten dürfe. Zudem würden sich keine Jacken mehr in der Garderobe befinden“, heißt es aus dem Conne Island. Die Polizisten schenkten den Angaben erst keinen Glauben, im Garderobenbereich konnte später allerdings tatsächlich keine Jacke gefunden werden..

Täter erhielt Hausverbot aufgrund sexueller Belästigung

Im Polizeibericht am folgenden Tag nutzen die Beamten angesichts der geäußerten ablehnenden Haltung von Mitarbeitern des Conne Islands den Fall auch zur persönlichen Kommentierung. Das Soziokulturzentrum wird als „sogenannter rechtsfreier Raum“ bezeichnet, die Schuld des 31-Jährigen in Frage gestellt. Zudem heißt es angesichts des Migrationshintergrundes des mutmaßlichen Täters: „Rassismus ist jetzt vielleicht schon weit jenseits der gesellschaftlichen Mitte anzutreffen.“

Diese Behauptungen wollen die Verantwortlichen im gerade auch für seine weltoffene Einstellung bekannten Conne Island nicht hinnehmen. „Im Polizeibericht wird behauptet, der Rauswurf wäre rassistisch motiviert. Der Täter erhielt jedoch ein Hausverbot, weil er eine Frau sexuell belästigte und gewalttätig wurde – natürlich nicht aufgrund seiner Hautfarbe.“ Eine Frau sei Opfer eines Übergriffs geworden und sie habe den Mut gehabt, diesen zu melden. „Und die Polizei hat nichts Besseres zu tun als den Täter zurück ins Conne Island zu geleiten. Dieses Vorgehen, insbesondere aber die Berichterstattung der Polizei, kritisieren wir stark“, so die Geschäftsführerin des Conne Islands Tanja Rußack.

Zudem zeigt man sich im Conne Island auch verständnislos, dass der Vorfall mit sexualisierter Gewalt von der Polizei in einen Kontext der linken Szene gesetzt wurde, um vermeintlich rassistische Ressentiments zu thematisieren: „Die Polizei scheint einen Gefallen daran zu finden, einem linken Projekt wie dem Conne Island einen Rassismusvorwurf zu machen, um es zu diffamieren“, so Rußlack weiter.

Von mpu

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