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Polizeiticker Leipzig Das sind Leipzigs gefährliche Orte
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Das sind Leipzigs gefährliche Orte
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12:01 09.01.2019
Immer wieder muss die Polizei zur Drogenmeile am Schwanenteich hinter der Leipziger Oper ausrücken. Gefährliche Orte laut Innenministerium sind auch die Eisenbahnstraße und die Stuttgarter Allee. Quelle: Dirk Knofe,
Leipzig

Messerattacken, Drogen, Raubüberfälle: Nicht nur das Areal rund um die Eisenbahnstraße, in dem am 5. November Sachsens erste Waffenverbotszone eingerichtet wurde, klassifizieren die Behörden als gefährlichen Ort. Wie berichtet, existieren Kriminalitätsschwerpunkte seit Jahren auch in Mitte und Grünau. Anlassunabhängige Kontrollen sind dort ebenso möglich wie der Einsatz von Bodycams. Aktuelle Informationen des sächsischen Innenministeriums zeigen indes: Innerhalb der Szene herrscht eine gewisse Dynamik, schon innerhalb von ein paar Monaten kann sich die Lage zumindest im Detail verändern.

Neuer Hotspot im Osten

Noch Mitte des Jahres 2018 hatte die Staatsregierung auf Grünen-Anfrage etwa den westlichen Bereich der Zweinaundorfer Straße und angrenzende Bereiche als verrufenen Ort eingestuft. Die Gründe: Ein signifikanter Anstieg der Straßenkriminalität, bei Körperverletzung, Raub und Drogendelikten verdoppelten sich hier die Fallzahlen. Auf LVZ-Anfrage hatte die Polizei damals erklärt, dass die bekannten Dealer-Treffs in der Eisenbahnstraße und im Umfeld des Hauptbahnhofs derart überfüllt seien, dass Kriminelle ihre Geschäfte auf andere Stadtgebiete ausdehnen – und sich somit auch dort Rauschgift- und Beschaffungskriminalität massiv ausbreiten. Ein paar Razzien später scheint die Situation offenbar wieder halbwegs unter Kontrolle zu sein. In der aktuellen Auflistung von Innenminister Roland Wöller (CDU), die er auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Juliane Nagel Ende 2018 veröffentlichte, wird die Zweinaundorfer Straße jedenfalls nicht mehr explizit genannt.

Stattdessen taucht ein neuer Hotspot in dem Bericht auf: die Ludwigstraße mit Teilen der Eisenbahnstraße sowie Mariannenstraße, Bussestraße, Einertstraße und Hedwigstraße. Allein in diesem eng begrenzten Areal ereigneten sich bis Ende November 2018 exakt 1784 Straftaten – und zwar der sogenannten schweren Kriminalität wie Drogenhandel, massive Körperverletzungen, Raub. Ein Umschlagplatz für Rauschgift jeder Art ist den Behörden zufolge weiterhin das Rabet, wo allein bis November 27 Drogendelikte registriert wurden. Hinzu komme eine ausgeprägte Beschaffungskriminalität. Und: Immer wieder ereignen sich in der in der Parkanlage auch Straftaten gegen das Leben, etwa beinahe tödliche Messerstechereien. Auch Schüsse fielen erneut in dem Viertel, das Innenministerium listet zwei Fälle im Mai 2018 auf. Eine Besonderheit für Einsatzkräfte im Bereich der Eisenbahnstraße: „Im Zusammenhang mit der Begehung von Straftaten kam es teilweise zu erheblichen Menschenansammlungen bis zu 150 Personen mit aggressivem Verhalten gegenüber dem Polizeivollzugsdienst“, so der Innenminister.

Neben dem Leipziger Osten bleibt das Umfeld des Hauptbahnhofes ein absoluter Brennpunkt. Vor allem das Geschäft mit Rauschgift blüht zwischen Schwanenteich, Bürgermeister-Müller-Park, kleinem Willy-Brandt-Platz, Bahnhofsvorplatz und Zentralhaltestelle. So stellte die Polizei 2017 hier insgesamt 4,5 Kilogramm sicher, bis zum dritten Quartal 2018 wurde diese Jahresmenge bereits überschritten. „Bei den Betäubungsmittelhändlern handelt es sich fast ausnahmslos um Personen aus dem arabischen Kulturraum“, stellt das Innenministerium fest. Zwischen diesen Dealern und den Punks, welche sich am Hauptbahnhof aufhalten sei es mehrfach zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Ohnehin gilt die Gegend als Pulverfass. Das Innenministerium erwähnt „mehrere teils sehr heftig geführte körperliche Auseinandersetzungen zwischen afghanischen und anderen arabischen Personen, die teilweise mit Messern und anderen Schnittwerkzeugen geführt wurden.“

Messerstechereien unter Dealern

Bei diesen Konflikten im Juli 2018 unterhalb des LVB-Serviceturms sei es womöglich um „Streitigkeiten um die Platzverteilung innerhalb der Drogenszene“ gegangen. „Aufgrund sich ablehnend gegenüberstehender Nationalitäten bzw. Ethnien sind vergleichbare Auseinandersetzungen, die überwiegend anlasslos erfolgen, jederzeit wahrscheinlich“, so Wöller.

Auch rund acht Kilometer entfernt, in Grünau ist überbordende Straßenkriminalität seit mindestens April 2017 ein Problem, insbesondere rund um die Fußgängerzone an der Stuttgarter Allee. Und die Tendenz bleibt besorgniserregend: So ist seit dem dritten Quartal 2018 die Zahl an Körperverletzungen und Raubstraftaten angestiegen, berichtet der Innenminister, ebenso wie Drogendelikte. Zudem nahm die Zahl der Bürgerbeschwerden den Angaben zufolge im zweiten Halbjahr 2018 zu.

Schon im Jahr 2017 war am Rande eines Mordprozesses am Landgericht bekannt geworden, dass in dem Plattenbauviertel offenbar Gangs mit sogenannten jugendlichen Intensivtätern ihr Unwesen treiben.

Von Frank Döring

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