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Polizeiticker Leipzig Dauerhafte Streifenpräsenz nicht möglich – Ordnungshüter setzen auf Aufklärung
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Dauerhafte Streifenpräsenz nicht möglich – Ordnungshüter setzen auf Aufklärung
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22:26 27.03.2018
Ein Schwerpunkt der angespannten Sicherheitslage war Anfang des Jahres der Durchgang vom Gerorgiring zur Schützenstraße. Quelle: Knofe
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Leipzig

Bedrohungen gegenüber Passanten, offener Drogenhandel, Ängste bei Opernmitarbeitern: Anfang des Jahres war die Sicherheitslage im Bereich Schwanenteich/Georgiring so schlimm, dass das Problem durch die CDU-Abgeordnete Sabine Heymann sogar in den Stadtrat gelangte. Es drohte eine innerstädtische No-Go-Area. Ein Vierteljahr später hat sich die Lage nach Angaben der Polizei etwas beruhigt – vor allem dank massiver Präsenz von Streifen. Doch selbst die Ordnungshüter glauben nicht, dass dies von Dauer ist.

Vielfältige Formen der Beschaffungskriminalität

„Die Situation ist ebenso ohne einen dauerhaften Verdrängungseffekt, wie es für den Betäubungsmittelhandel im Umfeld des Hauptbahnhofes der Fall ist“, so Polizeisprecher Andreas Loepki auf Anfrage der LVZ. Die Täter, oftmals selbst drogenabhängig, seien in vielfältige Formen der Beschaffungskriminalität verstrickt, etwa Ladendiebstahl und Diebstahl von Gepäck aus Fernbussen. Aber auch Antänzer und Umarmer treiben in dem Areal ihr Unwesen. Gerade die scheinbar freundlichen jungen Männer, die ihren Opfern tänzelnd zu Leibe rücken, sind nach Ansicht der Polizei gefährlich. „Sie sind flexibel und passen sich an, weshalb der Taschendiebstahl schnell zum Raub reifen kann oder eine sexuell motivierte Komponente hinzutritt“, schildert Loepki. Das Problem: Nicht alles, was als Belästigung empfunden wird, ist auch strafrechtlich relevant. „Das reine Fragen, ob man Hasch kaufen will, oder das vermeintlich ,freundliche Ansprechen‘ von Frauen sind nicht besonders gewichtig, wenngleich es Anbahnungshandlungen sein können“, so der Polizeisprecher.

Polizei fehlt es an Ressourcen

Die Behörde setze auf Aufklärungsarbeit, womit Bürger in die Lage versetzt werden sollen, ihr Verhalten zu prüfen. Es gehe dabei ausdrücklich nicht darum, dass Leipziger zu bestimmten Zeiten bestimmte Orte meiden sollten, betont Loepki, sondern um das Minimieren von Tatgelegenheiten. So sei Skepsis angebracht, wenn ein Unbekannter Körperkontakt sucht. Zudem sollten Handtaschen geschlossen und Reisegepäck nicht unbeaufsichtigt gelassen  werden.

Hintergrund der polizeilichen Prävention: Den Ordnungshütern fehlt es laut Loepki personell und zeitlich an Ressourcen, um jederzeit vor Ort zu sein und ihre Einsätze anzupassen an Arbeitszeiten von Opernmitarbeitern, Veranstaltungszeiten in Gewandhaus, Kinos und anderen Einrichtungen sowie Abfahrtszeiten von Bussen und anderen Verkehrsmitteln. „Eine stete Präsenz zu jedweder Zeit an jedwedem Ort gab es nie und wird es auch in Zukunft nicht geben können.“

Frank Döring

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