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Deckeneinsturz in Böhlitz-Ehrenberg: Kita entgeht einer Katastrophe

Deckeneinsturz in Böhlitz-Ehrenberg: Kita entgeht einer Katastrophe

Aufregung in der Kita "Böhlitzer Kinderland" in der Leipziger Straße von Böhlitz-Ehrenberg: In der alten Villa, in der sich das "Kinderland" befindet, stürzte am vergangenen Wochenende in einem Zimmer in der dritten Etage die Decke herab.

Im "Böhlitzer Kinderland" gibt es enormen Instandsetzungsstau. Jetzt ist dort eine Decke herabgestürzt und niemand will dafür verantwortlich sein.

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Aufregung in der Kita "Böhlitzer Kinderland" in der Leipziger Straße von Böhlitz-Ehrenberg: In der alten Villa, in der sich das "Kinderland" befindet, stürzte am vergangenen Wochenende in einem Zimmer in der dritten Etage die Decke herab.

Eltern und Großeltern, die am Montag die Bescherung vor Ort sahen, stockte der Atem. Sie berichten, die abgestürzten Brocken seien sehr schwer gewesen. Auch der Betreiber des Kindergartens räumt ein: Wäre der Deckeneinsturz in der Betreuungszeit geschehen, hätten Kinder erschlagen werden können. Eigentümer des Gebäudes ist die Stadt Leipzig.

Die Sorgen vieler Eltern und Großeltern sind jetzt beträchtlich. "Ich will nichts gegen die Arbeit der Erzieher sagen", betont der Böhlitz-Ehrenberger Klaus Bornschein, dessen Enkel dort betreut wird. "Die ist sehr gut. Aber bei diesem Deckeneinsturz hätte es auch 30 tote Kinder geben können." Es reiche nicht, lediglich den betroffenen Raum abzusperren. "Hier muss gehandelt werden", fordert er. Für die betreuten Kinder bestehe "eine Gefährdung hoch drei", solange nicht fachmännisch überprüft ist, ob die anderen Decken im Haus sicher sind. "Man muss das ganze Gebäude sperren, bis diese Untersuchungen abgeschlossen sind", sagt er. Der Betreiber - der Kreisverband Leipzig-Land der Volkssolidarität - warnt vor Panikmache. Es stimme zwar, dass der Deckeneinsturz tragisch hätte enden können. "Aber wir melden seit Jahren alle Schäden der Stadt Leipzig", sagt dort Fachberaterin Dörte Wiemer. "Wir sind da dran. Da hat niemand geschlafen."

Als der Deckeneinsturz bemerkt wurde, sei sofort gehandelt worden. "Noch am gleichen Tag wurde der Schaden von Experten untersucht und dabei festgestellt, dass zu DDR-Zeiten nur in diesem einen Raum eine Decke eingezogen wurde", so Wiemer. "In den anderen Räumen gibt es keine solche Decken." Mitarbeiter des städtischen Amtes für Gebäudemanagement sowie des Amtes für Jugend, Familie und Bildung hätten am Montag vor Ort die Situation in Augenschein genommen. "Wir haben es schriftlich, dass die Kinder keinen Gefahren ausgesetzt werden", so die Fachfrau. "Das Zimmer ist so gut wie wieder hergestellt." Es werde auch noch ein Fachgutachten für das gesamte Gebäude erstellt.

"Wir hatten großes Glück, dass es am Wochenende passiert ist", meint auch der Böhlitz-Ehrenberger Ortsvorsteher Dietmar Kern (CDU). Wie er weiß, wurde die Decke irgendwann in den 1990er-Jahren restauriert, "aber eben nicht fachgerecht". Leider habe er erst gestern von dem Vorfall erfahren, werde aber umgehend beim Amt für Gebäudemanagement Druck machen, damit die Schäden kurzfristig behoben werden. "Ich habe auch den Leiter der Kita über meine Kontaktdaten informiert, damit er künftig sofort auf mich zukommen kann und wir gemeinsam vorgehen", so der Ortschef. Auf jeden Fall habe er sich davon überzeugt, dass der Raum jetzt gesichert ist, es könne also nichts passieren.

Klaus Bornschein stellt inzwischen unangenehme Fragen. Denn für den Diplom-Ingenieur ist nicht nachvollziebar, dass die Decke so überraschend herabstürzen konnte. "Normalerweise müssen sich doch Risse gezeigt haben", meint er. Auch "Knackzeichen" hätten gehört werden müssen. "Da hat irgendwer die Aufsichtspflicht wesentlich vernachlässigt", argwöhnt er. Bornschein will deshalb jetzt Strafanzeige stellen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2015

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