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"Die haben nichts falsch gemacht"

"Die haben nichts falsch gemacht"

Große Aufregung um zwei Verkehrsunfälle, bei denen in der vergangenen Woche Radfahrer schwer verletzt wurden: Weil in beiden Fällen gegen die Autofahrer ermittelt wird, obwohl offenbar ein Fehlverhalten der Radfahrer vorlag, äußerten viele Leipziger gegenüber der LVZ ihr Unverständnis.

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Fahrradunfälle sind keine Seltenheit.

Quelle: Günther Hunger

Rückblick: Am 17. September fuhren drei Fahrradfahrerinnen auf dem Radweg der Richard-Lehmann-Straße stadtauswärts. An der Kochstraße bogen zwei nach links ab - laut Polizei achteten sie dabei nicht auf den Nachfolgeverkehr. Eine 19-Jährige, die als letzte abgebogen war, wurde durch einen Volvo erfasst, sie stürzte und verletzte sich schwer. Gegen den Autofahrer (28) wird jetzt wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Ebenso wie nach dem Verkehrsunfall am 19. September: Da überquerte ein 83-jähriger Leipziger die Theresienstraße bei "Rot" und stieß gegen die hintere rechte Fahrzeugseite eines Pkw Nissan Micra, dessen Fahrerin (71) auf der Blockmannstraße in Richtung Theresienstraße unterwegs war. Der Senior wurde beim Unfall schwer verletzt. Die 71-jährige Autofahrerin hat sich nun wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten.

Für Manfred Wendel aus Heiterblick und viele andere Leser ist das allerdings völlig unverständlich: "Die Radfahrer haben sich verkehrswidrig verhalten. Warum wird gegen die Autofahrer ermittelt? Die haben doch nichts falsch gemacht."

Polizeisprecher Michael Hille erklärte gestern auf LVZ-Nachfrage: "Eine Körperverletzung lag in beiden Fällen ja vor. Die Polizei handelte und es wurde Anzeige erstattet. Die Entscheidung trifft aber die Staatsanwaltschaft." Ermittelt wird in derartigen Fällen häufig von Amts wegen, mithin muss auch nicht zwingend eine Anzeige des Unfallopfers vorliegen. Denn unmittelbar nach einem Unfall sind in aller Regel konkrete Ursachen erst noch zu überprüfen. Ein betroffener Autofahrer gerät so in den Beschuldigtenstatus. Laut Strafprozessordnung gehen damit gewisse Regularien einher. So ist ein Beschuldigter in einem Strafverfahren darauf hinzuweisen, dass er nicht zu dem Fall aussagen muss und einen Rechtsanwalt hinzuziehen kann.

Ein solches Verfahren sei noch keine Aussage über Schuld und Unschuld, betonte Hille. "Es kann ja auch dazu dienen, etwaige Verdachtsmomente auszuräumen." Erst die Staatsanwaltschaft würde im Ergebnis der Ermittlungen befinden, ob überhaupt Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird. Letztlich sei es Sache des Gerichtes, zu einem Urteil zu kommen. Eine fahrlässige Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Döring, Frank

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