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Die meisten Autokennzeichen verschwinden in Leipzig - Diebe suchen nach Plaketten

Die meisten Autokennzeichen verschwinden in Leipzig - Diebe suchen nach Plaketten

Die meisten Autokennzeichen verschwinden in den drei größten sächsischen Städten: 312 waren es im Jahr 2010 in Chemnitz, 450 in Dresden und sogar 762 in Leipzig, ergab eine Umfrage.

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Quelle: André Kempner

Dresden/Leipzig. Im gesamten Freistaat kamen laut sächsischem Landeskriminalamt (LKA) 3417 Kennzeichen abhanden - seit Jahren bleibt diese Zahl etwa konstant. Auch die Dresdner und Chemnitzer Polizeidirektion melden: Kennzeichen-Diebstahl kommt vor, aber im Vergleich zu anderen Delikten selten. Die meisten Diebe schraubten die Kennzeichen an ihre eigenen Autos, um damit einmal „kostenlos“ zu tanken.

Anders ist es in Plauen. Seit Anfang des Jahres meldeten dort mehr Autobesitzer als gewöhnlich ihr Kennzeichen als gestohlen. 72 angezeigte Verluste gingen im ersten Halbjahr 2011 beim LKA für das ganze Vogtland ein. Fast 70 gehen auf das Konto der Diebe in Plauen, 21 Schilder wurden in nur einer Nacht vom selben Parkplatz gestohlen.

„Das war für uns ein Grund, der Sache genauer nachzugehen“, sagte Jan Meinel, Polizeisprecher in Plauen. Schnell fiel auf: „Es wurden nur die hinteren Kennzeichen abgeschraubt. Und nur solche mit Hauptuntersuchungs-Plaketten in grün oder orange.“ Bei denen ist der nächste Tüv erst 2012 oder gar 2013 fällig. Tankbetrug schien bei diesen Fällen unwahrscheinlich, die Strategie eine andere: „Wir glauben, dass die Diebe auf die Plaketten scharf sind“, sagte Meinel.

In akribischer Arbeit würden die bunten Aufkleber von ihren rechtmäßigen Kennzeichen abgelöst und auf andere aufgeklebt. „So können auch Autos, die eigentlich keinen Tüv mehr bekämen, noch eine Weile fahren“, erklärt Meinel. Er habe bei seinen Recherchen auch von Werkstattbetreibern gehört, dass sich Autobesitzer durch den Kauf einer geklauten Plakette eine scheinbar neue erfolgreiche Hauptuntersuchung erschummelt hätten. „Wir wissen leider nicht, wie Diebe und Käufer sich finden. Im Internet haben wir keine Spur gefunden.“

Das Ablösen der Plaketten sei gar nicht so einfach, sagte Meinel. Viele Aufkleber seien so perforiert, dass sie bei jedem Versuch, sie abzulösen, einreißen. Doch seit einigen Jahren könne jede ausgebende Behörde eigene Plaketten bestellen. Einige seien nicht so stark perforiert, dafür aber billiger. „Deswegen ist das Problem vielleicht hausgemacht“, sagte Meinel. Zumal die Tüv-Trickser seit mehr als einem Jahr auch weniger zu fummeln haben: Mit Wegfall der Abgas-Untersuchung wird nur noch eine Plakette auf das hintere Autokennzeichen geklebt.

Das LKA sieht trotz allem keinen Handlungsbedarf und weist darauf hin, dass nicht alle verschwundenen Kenzeichen zwingend gestohlen wurden. Manche fallen einfach ab. Ob verloren oder geklaut, für die Autobesitzer gilt: Verlust sofort anzeigen. „Das ist eine ziemliche Rennerei“, sagte Jan Meinel, „aber nichts gegen die Scherereien, wenn mit den geklauten Kennzeichen eine Straftat begangen wird.“ Die ginge zunächst auf das Konto des gemeldeten Halters. Und vor noch etwas warnte Meinel: „Autokäufer sollten vorsichtig sein bei Wiesenhändlern“ - und lieber einmal mehr hinschauen, ob die Tüv-Plakette auch echt und das Auto noch sicher fahrbar ist.

Franziska Höhnl, dpa

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