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Polizeiticker Leipzig Dieb gesteht: Kalorien-Klau für Crystal & Co.
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Dieb gesteht: Kalorien-Klau für Crystal & Co.
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20:05 25.02.2019
Ein Mann setzt sich einen Schuss Heroin in den Unterarm. Um an Geld für den Stoff zu kommen, werden Süchtige kriminell. (Symbolbild) Quelle: dpa
Leipzig

Hunderte Tafeln Schokolade und zudem noch jede Menge Kaffee: Immer wieder packte ein 38 Jahre alter Leipziger diese Genussmittel in seinen Einkaufskorb. Dann legte er ein Tuch oder seine Jacke darüber, um ohne Bezahlung die Kasse passieren zu können. Die Kalorien waren allerdings nicht für ihn selbst gedacht. Marko K. stahl, wie er am Montag vor dem Amtsgericht gestand, weil er bereits einen Abnehmer hatte. Nach dem Prinzip Ware gegen Ware bezog er dafür Drogen.

Seit 23 Jahren abhängig

Seinem Geständnis zufolge ist der 38-Jährige seit bereits 23 Jahren abhängig von Heroin; zudem nahm er in den vergangenen zwei Jahren auch noch Crystal. „Ich war völlig am Boden und kümmerte mich um nichts mehr.“ Er habe zuletzt noch nicht einmal mehr Hartz IV beantragt, sagte er. Auf die Frage von Richter Stefan Blaschke, wovon er eigentlich gelebt habe, entgegnete er: „Von der Hand in den Mund.“ Zudem von der Unterstützung seiner Eltern, die auch jetzt noch zu ihm halten und ihn während der Untersuchungshaft im Gefängnis besuchen würden.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen elf Diebstählen, begangen zwischen August 2017 und November 2018 in verschiedenen Supermärkten im Stadtgebiet, sowie wegen Hausfriedensbruches und sechs Schwarzfahrten. Das Strafmaß von einem Jahr Haft – ohne Bewährung – entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft. Bei der Anzahl der Fälle, so Richter Blaschke, „handelt es sich sicher nur um die Spitze des Eisbergs“. Denn bei den Marko K. vorgeworfenen Kalorien-Beutezügen war er jeweils erwischt worden – die Ware blieb im Laden. Wegen Wiederholungsgefahr erließ der Ermittlungsrichter schließlich am 30. November 2018 Haftbefehl.

Drei Therapien letztlich ohne Erfolg

Trotz jahrzehntelanger Drogen-„Karriere“ und damit verbundener Beschaffungskriminalität erhielt der gelernte Verkäufer am Montag erstmals eine Haftstrafe. Zehn Prozesse zuvor endeten für ihn jeweils mit der Verhängung von Geldstrafen. Bereits drei Therapien hat er absolviert: „Nach der ersten habe ich nach zwei Wochen wieder konsumiert. Nach der zweiten war ich zwei, drei Jahre clean und nach der dritten etwa zwei Monate“, berichtete er. Der 38-Jährige sieht seine einzige Chance in einer vierten Therapie. „Ich habe Mandanten, die brauchen sieben, acht Anläufe, um von diesem Teufelszeug loszukommen. Das ist die Realität“, sagte Verteidiger Jürgen Kohlen.

Von Sabine Kreuz

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