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Doppelmord in Leipzig: Kamen Hunde im Dezember auf Spur des Täters?

Zwei Frauen tot Doppelmord in Leipzig: Kamen Hunde im Dezember auf Spur des Täters?

Kamen private Ermittler der Lösung des Falles um die ermordete Anja B. (40) schon Ende 2016 nahe? Laut Patrick Kurtz von der gleichnamigen Detektei in Leipzig korreliere die Suche mit Mantrailing-Hunden stark mit den neuen Ergebnissen.

Das Apostelhaus, wo die Frauenleiche entdeckt wurde.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Kamen private Ermittler der Lösung des Falles um die ermordete Anja B. (40) schon Ende vorigen Jahres nahe? Patrick Kurtz von der gleichnamigen Detektei in Leipzig erklärte am Mittwoch gegenüber der LVZ: „Unsere damalige Suche mit Mantrailing-Hunden korreliert stark mit den vorgestellten Ermittlungsergebnissen der Polizei und erlaubt Rückschlüsse auf den Tatablauf.“

Der Privatdetektiv war von der Mutter der vermissten Anja B. mit der Suche beauftragt worden. Am 5. Dezember 2016 starteten die Mantrailer an der Bar 55 am Lindenauer Markt. In jenem Lokal war die junge Mutter am Abend des 29. November 2016 das letzte Mal gesehen worden. „Von dort führte die Spur über die Fußgängerzone zur Gemeindeamtsstraße und weiter auf die Merseburger Straße, wo es an der Ecke zur Demmeringstraße zu vermehrtem Anzeigeverhalten der Mantrailer kam“, schilderte Kurtz. Diese Stelle ist nur wenige Meter entfernt von der Apostelstraße, wo am Montag die Leiche der Grünauerin gefunden wurde. „Von der Merseburger Straße bog der Trailer in die Demmeringstraße ab und folgte dieser bis zur Odermannstraße, von wo die eingesetzte Hündin umkehrte und die Demmeringstraße noch einmal in der Gegenrichtung ablief“, so Kurtz weiter. In diesem Abschnitt befindet sich das Wohnhaus des mutmaßlichen Doppelmörders Dovchin D. (38).

Der gebürtige Mongole hatte bei einer Wohnungsdurchsuchung am Montag gestanden, Anja B. und auch die Portugiesin Maria D. (43) – ihr zerstückelter Leichnam war im April 2016 im Elsterbecken entdeckt worden – umgebracht zu haben. Er verriet den Beamten auch, dass er die sterblichen Überreste von Anja B. im Apostelhaus versteckt hatte.

„Ohne tiefere Kenntnis des polizeilichen Ermittlungsstandes, in den weder wir noch die Familie wesentlich involviert wurden, lässt sich nicht ausschließen, dass sich die Leiche zum Zeitpunkt des Trailings noch nicht am späteren Fundort in der Apostelstraße befand“, schlussfolgert der Privatermittler. Ungünstige Faktoren hätten die Suche zwar erschwert. Dennoch: „Die Wohnadresse des Mörders hatten die Personenspürhunde unserer Privatdetektei mehrfach passiert und die Ergebnisse der Polizei zur Verfügung gestellt“, so Kurtz. „Dennoch dauerte es fast drei Monate, bis die Leiche entdeckt wurde. Fraglich ist, wie entscheidend die Hinweise der Privatermittler zur Aufklärung des Falles gewesen sind. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz konnte zu dem Umstand, dass die Familie von Anja B. nach der Vermissten hatte suchen lassen, nichts sagen. Auch nicht dazu, inwieweit die Ergebnisse des Mantrailings die Ermittlungen der Behörden unterstützt haben. Kurtz geht hingegen davon aus, dass seine Erkenntnisse eingeflossen sind und, wenn auch verspätet, Hinweise für die Aufklärung des Falls lieferten.

Die sterblichen Überreste der ermordeten Anja B. (40) aus Grünau sind am Dienstag in der Rechtsmedizin untersucht worden. „Ein vorläufiges Gutachten über die Ergebnisse der Obduktion liegt aber noch nicht vor“, teilte Staatsanwältin Jana Friedrich gestern Nachmittag auf Anfrage mit. Von der Obduktion werden weitere Erkenntnisse zu Todeszeit, Todesart und Todesumständen erwartet.

Von Frank Döring

Leipzig 51.339695 12.373075
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