Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Dovchin D. ein Doppelmörder? Für seine Freunde in Leipzig ist das unvorstellbar
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Dovchin D. ein Doppelmörder? Für seine Freunde in Leipzig ist das unvorstellbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:08 31.01.2018
Angeklagter Dovchin D.   Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

 Warum nur wurde der Sonnyboy, der immer so nett war, zum Doppelmörder? Das will das Landgericht Leipzig mithilfe einer Vielzahl von Zeugen aus dem Umfeld des angeklagten 38-jährigen Mongolen herausfinden. Für seine Freunde ist es komplett unvorstellbar, dass Dovchin D. in Leipzig zwei Frauen erwürgt und zerstückelt haben soll. Doch der Konstruktionsmechaniker hat gestanden.

„Er war sehr wissbegierig, sehr hilfsbereit“, sagt Sascha K. am Mittwoch über den Angeklagten, den er 2014 beim Angeln am Elsterbecken kennengelernt hat. „Er war ein Freund“, so der Koch. „Hatte er negative Seiten?“, fragt der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. „Nein, mir ist nichts aufgefallen“, meint der Leipziger. Auch ein weiterer Angler weiß nur Gutes zu berichten: Dovchin D. sei ein „angenehmer Zeitgenosse, sympathisch, intelligent“, manchmal „etwas unbedarft, als wäre er noch in der Pubertät“, fasst Stefan B. zusammen. Nur so ein paar blöde Macho-Sprüche habe Dovchin D. im angetrunkenen Zustand vom Stapel gelassen. Schlosser Stefan B. lud den Mongolen oft zu sich ein, mit Freunden feierte man den Jahreswechsel 2015/16 sowie auch 2016/17. In jener Zeit soll Dovchin D. die zwei Frauen umgebracht und zerstückelt haben: im April 2016 die Portugiesin Maria D. (43) und im November 2016 die Grünauerin Anja B. (40).

Am 27. Februar 2017 wurde der Angeklagte festgenommen. Kurz zuvor hatte er den beiden Angelfreunden noch von seiner Vorladung zur Kripo im Zusammenhang mit den Morden erzählt. „In fröhlicher Runde haben wir da noch gewitzelt, ob er vielleicht Jack the Ripper von Leipzig sei ...“ Keiner habe ernsthaft in Erwägung gezogen, dass Dovchin D. der grausame Stückelmörder sein könnte. Auch Manfred H. nicht. Der 61-Jährige hatte nach einem Krach zu Hause keine Bleibe und war Anfang 2017 vom Angeklagten in seiner Wohnung in der Demmeringstraße in Lindenau aufgenommen worden. „Ein richtiger Freund“, so der gebürtige Berliner. Er schüttelt Dovchin D., den er „Kurti“ genannt hat, zur Begrüßung im Gerichtssaal die Hand, bevor er selbst auf dem Zeugenstuhl Platz nimmt. Sie lebten über mehrere Wochen zusammen in der Ein-Raum-Wohnung. „Irgendwelche psychischen Auffälligkeiten?“, will Richter Jagenlauf wissen. „Nein, Kurti ist ein lustiger Mensch, nicht depressiv, es gab keine Stimmungsschwankungen.“ Und Stephan J., ein Nachbar, der gelegentlich die Fische des Angeklagten fütterte, sagt: „Er war auffällig unauffällig.“

Was sie alle jedoch damals nicht wussten: Dovchin D. bewegte sich in unterschiedlichen sozialen Milieus. Er war in Lindenau auch Teil der Trinkerszene. „Die üblichen Konsorten“, wie es Mandy B. unverblümt nennt, trafen sich an einem Einkaufszentrum und in einem Park. Auch sie sei damals „jeden Tag dort“ gewesen, inzwischen nicht mehr. „Ich hatte ein halbes Jahr lang auch eine sexuelle Beziehung zu dem Angeklagten. Es war schöner Sex, ohne Zwang, ohne Brutalität“, schildert die 28-Jährige. „Er war ziemlich zärtlich“, so die arbeitslose Frau über ihre Liaison im Jahr 2016 mit dem verheirateten, aber getrennt lebenden Angeklagten, der eine kleine Tochter hat. „Bis zum Schluss habe ich an seine Unschuld geglaubt. Er war nie aggressiv oder bösartig.“ Sie verstehe alles nicht.

Laut dem vorläufigen psychiatrischen Gutachten des Berliner Kriminalpsychiaters Hans-Ludwig Kröber gilt der Angeklagte als voll schuldfähig. Die Expertise entstand nach Aktenlage, ein Gespräch hat Dovchin D. verweigert. Auch Verteidiger Stefan Wirth sieht bislang „keine Anhaltspunkte“ für eine – etwa durch Alkohol, Drogen oder eine Krankheit begründete – verminderte Schuldfähigkeit. Doch Kröber oder ein Mitarbeiter verfolgen den Prozess. Voraussichtlich erst Ende Februar/Anfang März wird der renommierte Gutachter zu Wort kommen.

Von Sabine Kreuz

Eigentlich wollte ein 75-jähriger Leipziger einen Paketzusteller nur auf dessen Transporter ansprechen, der einen Weg blockierte. Doch der Zusteller rastete komplett aus und schlug mehrfach auf den Senior ein.

31.01.2018

Erst gerieten nur die Hunde aneinander, später brach auch zwischen deren Besitzern Streit aus. Sogar Reizgas wurde eingesetzt. Die Polizei musste anrücken.

31.01.2018

Ein gestohlener Radlader ist nur wenige Stunden nach seinem Verschwinden wieder aufgetaucht. Er wurde vor einer Baustelle entdeckt. Wer das Fahrzeug quer durch die Stadt gefahren hat, ist noch unklar.

31.01.2018