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Drama in der Türkei - Ermordetes Ehepaar stammt offenbar aus Leipzig

Drama in der Türkei - Ermordetes Ehepaar stammt offenbar aus Leipzig

Bei dem im türkischen Alanya ermordeten Ehepaar handelt es sich laut Medienberichten offenbar um den Leipziger Kunstsammler Peter H. (65) und seine Frau Kerstin (50).

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Kerstin und Peter H. im Jahr 2013 mit ihrer Sammlung von Grafiken.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Eheleute waren bereits am Donnerstag in ihrer gemieteten Wohnung in der Südtürkei von der Polizei gefunden worden.

Das Auswärtige Amt bestätigte, dass zwei deutsche Staatsangehörige in Alanya einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Nähere Angaben machte eine Ministeriumssprecherin am Freitag nicht. Auch zum Herkunftsort der Opfer gab es aus dem Ministerium keine Angaben.

Anrufe von Verwandten aus Deutschland, die das Paar seit Tagen nicht erreichen konnten, brachten die Ermittler in Alanya auf die Spur. Die Polizei habe schließlich die Tür aufgebrochen.

Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, der Mann sei im Wohnzimmer, die Ehefrau im Schlafzimmer tot aufgefunden worden. Beide seien an den Füßen und Händen mit Isolierband gefesselt gewesen. Die Polizei gehe zunächst davon aus, dass beide mit Schlägen auf den Kopf getötet worden seien. Vermutlich waren sie schon mehrere Tage tot, bevor sie gefunden wurden.

Das Ehepaar sei zuletzt gemeinsam mit dem Gärtner der Wohnanlage gesehen worden, dieser sei festgenommen worden. Die Behörden hätten außerdem die Sicherheitskamera der Wohnanlage beschlagnahmt.

Laut dem deutschen Kleo Magazin Alanya gibt es weitere Spekulationen in der türkischen Lokalpresse. Danach soll Peter H. am Strand Bekanntschaft mit zwei Jugendlichen geschlossen haben. Nach aktuellen Berichten sollen die Jugendlichen ihm bis zur Wohnung gefolgt sein. Die Polizei ermittelt offenbar jetzt, ob die Unbekannten das Ehepaar töteten, und Handys, Tablet-PCs und ein Laptop stahlen.

Eheleute initiierten in Leipzig Kunstausstellung

Vor fünf Jahren waren Peter und Kerstin H. von Potsdam nach Leipzig gezogen. 2013 machten sie sich in der Stadt einen Namen mit ihrer Sammlung von Werken der Grafikerin Gertrude Sandmann (1893-1981). Arbeiten der jüdischen Künstlerin, die eine Schülerin von Käthe Kollwitz war, wurden im Oktober 2013 im Ariowitsch-Haus gezeigt.

Peter H. erbte von seiner Mutter mehrere hundert Blätter der Grafikerin. Seine Mutter Käthe war im Berlin der Nachkriegszeit Sekretärin bei Willy Brandt und mit Gertrude Sandmann befreundet. Sie hatte Peter H. das Versprechen abgenommen, er möge sich um die posthume Würdigung Sandmanns kümmern. Das hat ihr Sohn eingelöst.

lyn / dpa

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