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Drogenbande noch vom Knast aus dirigiert? Mammutprozess in Leipzig

Drogenbande noch vom Knast aus dirigiert? Mammutprozess in Leipzig

Das Einschmuggeln von zwölf Kilo Crystal aus Tschechien nach Deutschland steht seit gestern im Mittelpunkt eines Mammutprozesses gegen vier mutmaßliche Drogendealer.

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Eingewickelt in einer tschechischen Zeitung - das sichergestellte Crystal.

Quelle: Polizei

Das Leipziger Landgericht beraumte bereits bis Februar 2014 Verhandlungstermine an.

Die vier angeklagten jungen Männer sollen das Rauschgift zwischen August 2012 und März 2013 von einem bislang unbekannten Vietnamesen im Nachbarland gekauft haben, um es dann in der Region Leipzig, hauptsächlich auch im Raum Borna, an Abnehmer zu veräußern. Es geht um ein Dutzend Beschaffungsfahrten mit je einem Kilo der gefährlichen Modedroge an Bord, die schnell abhängig macht und binnen kurzer Zeit zum körperlichen Verfall führt. Oberstaatsanwältin Elke Müssig hält Benjamin P. (25) für den Hauptakteur der Bande, die nach ihrer Ansicht arbeitsteilig vorgegangen ist. "Selbst noch aus dem Gefängnis heraus kümmerte er sich um die Organisation und um die Finanzen." Der gebürtige Bornaer, der bereits mehrfach vorbestraft ist, war am 18. Oktober 2012 inhaftiert worden. Im fraglichen Tatzeitraum saß er sowohl in der Justizvollzugsanstalt Leipzig als auch in Waldheim hinter Gittern. Von ihm dirigiert, sollen die drei Mitbeschuldigten - teils noch mit Komplizen - die Geschäfte über die Bühne gebracht haben, meint zumindest die Anklagebehörde. Dazu äußerten sich gestern jedoch weder Benjamin P. noch die ebenfalls mit Handfesseln aus der Haft vorgeführten Erik S. (24), Kevin R. (22) und Manuel L. (24).

Nach Auffassung der 6. Strafkammer des Landgerichts hat die Staatsanwaltschaft bislang aber nicht hinreichend Beweise für das tatsächliche Agieren einer Bande vorgelegt. Die Richter eröffneten das Hauptverfahren daher nicht wegen bandenmäßigen Handeltreibens, sondern "nur" wegen unerlaubter Einfuhr und unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln. Somit lautet die Mindeststrafe nicht mehr fünf Jahre, sondern zwei Jahre Freiheitsentzug. Das Höchststrafmaß bleibt mit 15 Jahren Haft jedoch gleich.

Wie berichtet, war die Gruppierung am Gründonnerstag dieses Jahres aufgeflogen. An jenem Tag, dem 28. März, nahm die Polizei fünf Männer, 21 bis 39 Jahre, vorläufig fest. Ein verdächtiges Duo wurde bei einer Beschaffungsfahrt in einem Pkw an einer Autobahnabfahrt der A 72 gestellt, ein weiteres in einem Fahrzeug nahe Rötha und eine Person in einer Bornaer Wohnung. Dabei beschlagnahmten die Ermittler Crystal-Päckchen, die noch in eine tschechische Zeitung eingewickelt waren. Es handelte sich um ein knappes Kilo, dessen Verkaufswert die Polizei mit 80 000 Euro bezifferte. Zudem stellten die Ermittlungsbehörden damals mehrere Computer, Telefone und die bei den Kurierfahrten verwendeten Audis sicher. Zumindest zwei Männer kamen seinerzeit aber wieder auf freien Fuß. Dem Vernehmen nach befand sich die Crystal-Gang schon länger im Visier. Daher wurden auch einige Telefone überwacht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2013

Sabine Kreuz

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