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Drogenlieferung im Rollkoffer: Leipziger Polizei stellt Heroin im Wert von 570.000 Euro sicher

Drogenlieferung im Rollkoffer: Leipziger Polizei stellt Heroin im Wert von 570.000 Euro sicher

Am helllichten Tag sollte die Drogenübergabe stattfinden, ein Trolley-Koffer mit zehn Kilogramm Heroin im Leipziger Waldstraßenviertel den Besitzer wechseln. Doch die Polizei ließ den Deal am Mittwochnachmittag platzen.

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Schlag gegen die Rauschgiftkriminalität: In Leipzig wurden am Mittwoch 19 Kilogramm Heroin sichergestellt.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Die beiden Drogenhändler – ein Mann und eine Frau aus Algerien – wurden festgenommen. In einer Wohnung im Leipziger Osten fanden die Ermittler zudem weitere neun Kilo Heroin. Der gesamte Marktwert der Drogen wird auf rund 570.000 Euro geschätzt.

„Die Übergabe war auf offener Straße geplant, wie in einem schlechten Krimi“, sagte Sonja Krüßel, Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion Leipzig, am Donnerstag. Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, bei der der Großschlag gegen die internationalen Rauschgifthändler bekanntgegeben wurde, präsentierten die Ermittler die 19 in Paketklebeband eingewickelten Drogenpäckchen.

Nach bisherigen Erkenntnissen war das Heroin von der 32-jährigen Kurierin aus Belgien per Zug nach Leipzig gebracht worden, wo es dann weiterverkauft werden sollte. Der 28-jährige Empfänger des Pakets fungierte laut Polizei als Dealer in der Messestadt. „Das Heroin war ganz klar für den Leipziger Markt bestimmt“, erklärte Elke Müssig von der Leipziger Staatsanwaltschaft

Heroin hätte Bedarf von zwei Wochen in Leipzig gedeckt

Der 28-Jährige, der in Leipzig-Volkmarsdorf wohnte, stand bereits seit längerer Zeit im Visier der Ermittler. „Wir haben in diesem Fall bereits umfangreiche Ermittlungen seit Beginn des letzten Jahres geführt. Der Mann wurde observiert, wir wussten jedoch nicht, wer seine Kurierin war“, so Kripo-Chefin Krüßel. Als bekannt wurde, dass am Donnerstagnachmittag eine erneute Übergabe stattfinden sollte, schlug die Polizei mit Unterstützung des Landeskriminalamtes gegen 15.15 Uhr im Waldstraßenviertel zu. Anschließend wurde seine Wohnung durchsucht, in der neben einem zweiten Rauschgiftkoffer auch 3400 Euro in bar gefunden wurden.

Gegen einen weiteren Algerier, der von Norddeutschland aus als Hintermann der Leipziger Gruppe agiert haben soll, wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen. „Wir vermuten, dass er sich in Belgien aufhält“, erklärte Müssig. Von dort aus soll das Heroin, das laut Staatsanwaltschaft in Afghanistan hergestellt und über die Türkei weitertransportiert wurde, in regelmäßigen Abständen in die Messestadt geliefert worden sein. „Die jetzt beschlagnahmte Menge hätte etwa gereicht, um in Leipzig den Bedarf von zwei Wochen zu decken“, erläuterte Sonja Krüßel.

Ermittler rechnen mit Verschiebung des Heroinhandels in andere Städte

Die Ermittler werten den Schlag gegen die Leipziger Drogenszene zwar als Erfolg, rechnen jedoch bereits damit, dass sich der Heroinhandel auf umliegende Städte wie Weißenfels verlagern könnte. „In Leipzig wird Heroin immer knapper. Denn ein Teil der Hintermänner ist nach unseren Erkenntnissen schon nicht mehr bereit, Leipzig zu beliefern, weil es hier zu gefährlich ist“, berichtete Oberstaatsanwältin Müssig. Die Marktpreise für Heroin hätten sich deshalb seit September vergangenen Jahres auf 30 Euro pro Gramm verdreifacht. „Zudem hat das hier erhältliche Heroin sehr, sehr schlechte Qualität“, wie Müssig betonte.

Gegen die beiden Tatverdächtigen, die bereits vor ihrer Festnahme aus Deutschland abgeschoben werden sollten, wurde Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der Einfuhr und des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge erlassen. Bei einer Verurteilung droht ihnen laut Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren.

Robert Nößler

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