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Drohanruf: Zwei Jugendliche aus Österreich als Verursacher identifiziert

Leipziger Hotel Drohanruf: Zwei Jugendliche aus Österreich als Verursacher identifiziert

Aufatmen am nördlichen Innenstadtring in Leipzig: Die Terrorwarnung für das Hotel „Fürstenhof“ konnte am Dienstagnachmittag aufgehoben werden. Die nächtlichen Anrufer sind identifiziert: Sie kommen aus Österreich.

Schwer bewaffnete Beamte kontrollieren alle Zufahrten zum Hotel "Fürstenhof" in Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Entwarnung nach der Terrorwarnung im Leipziger Hotel „Fürstenhof“. Die Polizei hat den Einsatz nach eigenen Angaben gegen 14.30 Uhr beendet. Inzwischen sind auch die nächtlichen Anrufer identifiziert.

Wie die Beamten am späten Nachmittag mitteilten, handelt es sich um zwei Jugendliche aus Österreich. Zuvor hatte die Polizei die Nummer einem dortigen Mobilfunkanschluss zuordnen können. Die österreichischen Behörden konnten daraufhin einen 15-Jährigen ermitteln. Im Rahmen einer ersten Befragung gab dieser an, gemeinsam mit seinem 14-jährigen Freund in der vergangenen Nacht mehrere Hotels angerufen und gleichartige Terrordrohungen ausgesprochen zu haben. Die österreichischen Behörden schlossen eine weitere Gefährdungslage daraufhin aus.

Die Polizei der Alpenrepublik prüft nun strafrechtliche Schritte gegen die Jugendlichen. Auch von Leipziger Seite aus hat der nächtliche Anruf eventuell ein Nachspiel: Derzeit prüfen die Behörden, ob den Verursachern des Einsatzes auch die Kosten in Rechnung gestellt werden sollen.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) zeigte sich in einer Mitteilung erleichtert über den schnellen Ermittlungserfolg. „An alle beteiligten Beamtinnen und Beamten meinen herzlichsten Dank für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit“, so Ulbig.

Im Fünf-Sterne-Hotel am nördlichen Innenstadtring war in der Nacht zum Dienstag gegen 2.50 Uhr ein Anruf eingegangen, in dem mit einem Terroranschlag gedroht wurde. „Der Anrufer hat eine kurze Terrorwarnung ausgesprochen und danach sofort wieder aufgelegt", sagte Behördensprecher Uwe Voigt am Dienstagvormittag gegenüber LVZ.de. Genaue Angaben zur Art der Warnung ließ Voigt offen. Medienberichte, wonach der Anrufer in gebrochenem Deutsch gesprochen habe, verneinte der Behördensprecher.

Im Leipziger Hotel „Fürstenhof“ hat ein unbekannter Anrufer in der Nacht zum Dienstag mit einem Terroranschlag gedroht. Die Polizei sichert das Gebäude, kontrolliert schwer bewaffnet Zufahrtsstraßen.

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Nach der Drohung verständigten die Mitarbeiter des Hotels sofort die Beamten, die das Gebäude und die Tiefgarage in der Nacht akribisch durchsuchten und Zeugen befragten. Bei der Suche kamen auch Spürhunde und Bombenspezialisten zum Einsatz. Dabei sei allerdings kein Sprengsatz oder eine Attrappe gefunden worden, so Voigt weiter.

Am Vormittag weiteten die Beamten die Suchmaßnahmen aus, fahndeten unter anderem auch in der benachbarten evangelisch-reformierten Kirche, auf umliegenden Hausdächern und auf einer Baustelle. Über der nördlichen Innenstadt kreiste ein Hubschrauber. Zudem wurden schwer bewaffnete Spezialkräfte an allen Ein- und Ausgängen des Hotels sowie an den Zufahrtsstraßen postiert. „Wir nehmen die Drohung sehr ernst, kontrollieren jeden der rein und raus will", so Voigt weiter. Passanten mussten ihre Einkaufstüten und Taschen öffnen, Fahrradfahrer wurden angehalten. Insgesamt waren mehr als 100 Beamte im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte von Landeskriminalamt und Bundespolizei.

Von einer Evakuierung des „Fürstenhof“ wurde abgesehen. „Die meisten Bewohner haben das Hotel ohnehin am Morgen verlassen, um ihrer Arbeit nachzugehen“, erklärte Uwe Voigt. Bombensuche und Gebäudesicherung fanden am Dienstag auch unter den Augen von Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz statt. Das Dresdner Innenministerium von Markus Ulbig (CDU) wurde ebenfalls laufend über den Einsatz informiert, hieß es.

Das Hotel „Fürstenhof“ ist das älteste Luxushotel in der Messestadt. Das Gebäude wurde im 18. Jahrhundert von einem Leipziger Bankier errichtet, seit Ende des 19. Jahrhunderts wird es als noble Gästeherberge genutzt. Das Fünf-Sterne-Hotel verfügt über 100 Zimmer, Restaurant, Bar und Wellness-Bereich.

Matthias Puppe

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