Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
„Du Zecke“: Wohnhaus von Leipziger Blogger angegriffen

Rechte Attacke „Du Zecke“: Wohnhaus von Leipziger Blogger angegriffen

Am Montagabend haben Unbekannte das Wohnhaus des Leipziger Bloggers Martin Meißner angegriffen. Scheiben wurden eingeworfen, ein Graffito an der Hauswand hinterlassen. Es ist nicht die erste rechtsextreme Attacke auf den 28-Jährigen.

Leipzig.  Vermummte haben in der Nacht zum Dienstag das Wohnhaus des Leipziger Bloggers Martin Meißner angegriffen. Die Täter warfen am Gebäude im Stadtteil Reudnitz Scheiben ein und hinterließen ein Graffito mit den Worten „Meißner Du Zecke“ an der Hauswand. Vor einem halben Jahr war dem 28-Jährigen bereits per E-Mail mit körperlicher Gewalt gedroht worden. Die Polizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Seit eineinhalb Jahren engagiert sich Meißner für ein weltoffenes Leipzig, hat unter anderem eine Unterschriftenaktion für den Moschee-Neubau im Stadtteil Gohlis initiiert, unterstützt das Netzwerk NoLegidia und berichtet auf seinem Blog „Dunkel. Dreckig. Reudnitz“ über die Veränderungen im zunehmend bei Studenten beliebten Stadtteil. Im Internet wird er dafür regelmäßig angefeindet, Rechtsextreme bezeichnen ihn gern als „Volksverräter“, die NPD verbreitet Informationen zu seinem Aussehen über soziale Netzwerke.

Am Montagabend nun der ungebetener Besuch an Meißner Haustür: „Wir kamen gerade aus dem Kino, als uns die Nachbarn schon aufgeregt auf der Straße empfangen haben“, berichtet Meißner gegenüber LVZ.de. Mehrere Scheiben im Hausflur des Mehrfamilienhauses waren eingeworfen worden, an der Hauswand stand das Graffito. „Man hat drei vermummte Männer gesehen“, so Meißner. Die Polizei war schnell vor Ort, eine Nachbarin hatte gegen 22.30 Uhr angerufen und von den Angreifern berichtet. „Ich habe dann Anzeige wegen Sachbeschädigung und Beleidung erstattet“, sagt der 28-Jährige und fügt später an: „Sowas geht schon bis in die Knochen.“

Zumal es nicht die erste Drohung gegen ihn war: Im März wandte sich Meißner schon einmal an die Polizei, als bei seinem Arbeitgeber eine E-Mail von selbst ernannten Deutschland-Patrioten einging, in der ihm Gewalt angedroht wurde: „Wir empfehlen Ihrem Mitarbeiter [...] seine linke Kommunisten-Dreckschnauze zu halten! Sonst braucht er selbst bald einen Rollstuhl! Meißner steht auf der Liste der Vaterlandsverrät“, hieß es im Schreiben. Auch nach der Attacke am Montagabend ist sich der Blogger aber sicher: „Ich werde natürlich nicht aufhören, das ist doch klar.“

Internet: www.dunkeldreckig.de

Von Matthias Puppe

Aufgrund wiederholter Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen steht die Kommentarfunktion für diesen Artikel nicht mehr zur Verfügung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr