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Duo wird Handel mit sieben Kilo Marihuana in Connewitz angelastet

Razzia-Prozess Duo wird Handel mit sieben Kilo Marihuana in Connewitz angelastet

Nach einer umstrittenen Razzia in Connewitz, bei der Beamte in voller Einsatzmontur durch einen Kita-Garten gestürmt waren, begann am Mittwoch der Prozess gegen zwei mutmaßliche Dealer. Staatsanwalt André Kuhnert lastete ihnen den Handel mit sieben Kilo Marihuana an.

Schweigen zu den Vorwürfen des Drogenhandels: Die beiden Angeklagten mit ihren Verteidigern Malte Heise (l.) und Frank Wilhelm Drücke (3.v.l.).

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Nach einer umstrittenen Razzia in Connewitz, bei der Beamte in voller Einsatzmontur durch einen Kita-Garten gestürmt waren, begann am Mittwoch der Prozess gegen zwei mutmaßliche Dealer. Staatsanwalt André Kuhnert lastete ihnen den Handel mit sieben Kilo Marihuana (umgangssprachlich Gras genannt) an. Sie sollen am Tag der Polizeiaktion, dem 12. Oktober 2012, eine ungenutzte Wohnung in der Stockartstraße als Drogenumschlagplatz genutzt haben.

Mike D. (48) und Silvio U. (34) äußerten sich am Landgericht nicht zu den Vorwürfen. Der Kaufhausdetektiv und der Gärtner waren nicht auf frischer Tat ertappt, sondern erst im Nachgang unter anderem aufgrund abgehörter Telefonate ermittelt worden. Beide wurden erst im August 2013 festgenommen – und gegen beide wurde der Haftbefehl auch gleich wieder außer Vollzug gesetzt.  

Die Verteidiger Frank Wilhelm Drücke und Malte Heise waren gestern der Auffassung, dass die damalige Wohnungsdurchsuchung rechtswidrig gewesen sei und die Ergebnisse deshalb nicht verwertet werden dürften. Begründung: Für die Aktion im Vorderhaus Stockartstraße habe keine richterliche Genehmigung vorgelegen. Staatsanwalt Kuhnert, damals bei der Razzia im Szeneviertel vor Ort, soll deshalb bei der Prozessfortsetzung am 7. Juli als Zeuge vernommen werden. Denn die aufsehenerregende Razzia mit 240 Beamten lief in dem alternativen Wohnprojekt zunächst im Hinterhaus, war danach jedoch ausgeweitet worden, weil Beamten auch im Vorderhaus der unverkennbare Geruch in die Nase gefahren war.

Wie berichtet, verurteilte das Landgericht im Februar 2013 bereits zwei Dealer aus der Stockartstraße zur Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten beziehungsweise zur Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Die Richter hatten seinerzeit die Polizeitaktik, den Kindergarten mit einzubeziehen, verteidigt. Man hätte ihn allerdings vorwarnen müssen. Es hatte Kritik gehagelt, weil der Einsatz die Ein- bis Sechsjährigen erschreckte.

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