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Ebay-Betrüger aus Leipzig zocken hunderte Verkäufer ab – mehr als 120.000 Euro Schaden

Ebay-Betrüger aus Leipzig zocken hunderte Verkäufer ab – mehr als 120.000 Euro Schaden

Sie bestellten hunderte Tablets und Smartphones im Netz, drängten auf schnelle Lieferung – jedoch ohne die Ware je zu bezahlen. Nach mehr als einjähriger Ermittlungsarbeit ist die Polizei einer Betrügerbande aus Leipzig auf die Spur gekommen.

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Eine Betrügerbande aus Leipzig, die bei "Ebay Kleinanzeigen" im Internet hunderte Verkäufer prellte, ist der Polizei ins Netz gegangen (Symbolbild).

Quelle: dpa

Leipzig. Vier der fünf mutmaßlichen Mitglieder sitzen inzwischen in Haft, ein 26-Jähriger ist noch auf der Flucht. Der Schaden belaufe sich auf mehr als 122.000 Euro, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Es war eine dreiste Masche, mit der die Betrüger seit Sommer 2012 in mindestens 250 Fällen Erfolg hatten. Die Männer kauften in einem Online-Portal – nach Informationen von LVZ-Online handelte es sich um „Ebay Kleinanzeigen“ – immer wieder Handys oder Tablet-Computer. „Sie schrieben unter Verwendung falscher Namen und Anschriften die Verkäufer der Geräte an und baten unüblicherweise um einen vorzeitigen Versand nach Leipzig“, sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf.

Teil der Geräte bei Razzia gefunden

Um eine möglichst schnelle Lieferung zu erreichen, setzten sie die meist privaten Verkäufer unter Druck. So gaben sie an, dass ihre Partner am übernächsten Tag Geburtstag hätten und sie die Geräte als Geschenk benötigen. Um die Überweisung des Kaufpreises nachzuweisen, verschickten sie vorgetäuschte Überweisungsbelege. Auch falsche Personalausweis-Kopien ließen die Männer den gutgläubigen Verkäufern zukommen. Das Geld kam bei den Geschädigten nach dem Versand der Geräte jedoch nie an.

Laut Polizei handelt es sich bei den Betrügern um fünf Männer im Alter zwischen 20 und 26 Jahren, deren Wohnungen bereits im April und Juli dieses Jahres durchsucht worden waren. Vier der Tatverdächtigen konnten festgenommen werden. Ein fünfter ist noch auf der Flucht, nach ihm wird gefahndet. Gegen alle Männer wurden Haftbefehle wegen gemeinschaftlichen, gewerbsmäßigen Betruges erlassen. Die Männer sollen die Geräte später in An- und Verkauf-Geschäften sowie über das Internet weiterverkauft haben. „Einen Teil davon konnten wir sicherstellen“, so Braunsdorf.

„Wie ein Puzzle“: Geschädigte aus ganz Deutschland

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Vor allem auf Tablet-PCs und Smartphones hatten es die Betrüger abgesehen.

Quelle: dpa

Dass die Polizei erst so spät mit ihrem Fahndungserfolg an die Öffentlichkeit geht, hänge mit den umfangreichen Ermittlungen zusammen, erklärte die Polizeisprecherin. Um das Bandennetzwerk aufzudecken und den Männern Vorsätzlichkeit nachzuweisen, sei „akribische Kleinstarbeit“ erforderlich gewesen. „Es war wie ein Puzzle“, sagte Braunsdorf. Die Geschädigten stammten aus dem gesamten Bundesgebiet. Und noch immer seien die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Da vermutlich nicht alle Opfer Strafanzeige gestellt hätten, könne der durch die Betrugsserie entstandene Schaden auch noch weitaus höher liegen.

Die Polizei warnte Online-Verkäufer vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Weihnachtsgeschäfts eindringlich davor, sich auf einen vorzeitigen Versand einzulassen und von angeblichen Notfällen drängen zu lassen. „Nach Möglichkeit sollte die Ware gegen Bezahlung persönlich übergeben werden“, riet Braunsdorf.

Robert Nößler

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