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Polizeiticker Leipzig Eifersuchtsdrama in Leipzig: Staatsanwaltschaft wirft Gerüstbauer versuchten Totschlag vor
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23:59 29.04.2014
Bereut seinen Messer-Angriff am Leipziger Hauptbahnhof: Kay O. muss sich vor dem Leipziger Landgericht verantworten. Quelle: André Kempner
Leipzig

Kay O. warf seine Verlobte daraufhin Anfang Dezember 2012 aus der Wohnung. Als er sie zwei Wochen später zufällig zunächst auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt, danach mit ihrem Neuen eng umschlungen und küssend auf dem Hauptbahnhof sah, verlor er die Nerven. Er ging mit Fäusten sowie einem Messer auf den Mann los, fügte ihm am rechten Oberarm eine Stichwunde zu. Gestern musste sich Kay O. (27) wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten.

"Ich sah nur noch das Gesicht dieses Mannes vor mir. Das war wie ein Tunnelblick", räumte der Angeklagte gestern ein. Er kannte den Neuen von Samantha B. (20) flüchtig, waren sie sich doch als Nachbarn in einem Ortsteil von Delitzsch öfter über den Weg gelaufen. Kay O., von Beruf Industriegerüstbauer, kam als Montagearbeiter nur alle zwei Wochen nach Hause. "Das Thema Treue in der Partnerschaft war für ihn sehr wichtig. Er war tierisch verletzt, als ich zuvor schon einmal fremdgegangen war, hat vor mir auch geweint", berichtete die arbeitslose junge Frau gestern. Zweieinhalb Jahre war sie die Freundin des Beschuldigten. Vom Vorsitzenden Richter Hans Jagenlauf nach dem Motiv des Aus- rastens an jenem 15. Dezember 2012 im Hauptbahnhof befragt, sagte sie nur: "Es war Eifersucht." Als Kay O. den Nebenbuhler Peter H. (32, derzeit auch arbeitslos) mit Fäusten, Füßen und Messer attackierte, "war er richtig wütend, hatte aufgerissene Augen. Seinen Blick werde ich nie mehr vergessen". Sie selbst sei nicht in seinem Visier gewesen. Der Angeklagte erklärte gestern, sich an den genauen Hergang nicht mehr erinnern zu können. Staatsanwalt Klaus-Dieter Müller warf ihm vor, mit "weit ausholenden Bewegungen wuchtig" auf das Opfer eingestochen zu haben, das zum Glück aber ausweichen konnte und nur einmal am rechten Oberarm getroffen wurde. Peter H. erlitt durch das Klappmesser eine zwei Zentimeter tiefe Stichwunde, war mehrere Wochen krank.

Damals griff die Polizei am Bahnsteig ein und nahm Kay O. vorläufig fest. Bei der anschließenden Vernehmung gab er zu Protokoll: "Ich habe meinen ganzen Hass herausgelassen." Auf die Frage, ob er Peter H. habe töten wollen, antwortete er mit: "In dem Moment ja." Noch in der Nacht kam der damalige Beschuldigte wieder auf freien Fuß. Gestern bat er beim einstigen Widersacher um Vergebung. Der nahm die Entschuldigung des Angeklagten an - allerdings nur zögernd. "Sie kommt zu spät." Das hätte nicht erst jetzt vor Gericht, sondern schon zuvor passieren sollen, meinte der 32-Jährige.

Im Übrigen: Samantha B. ist längst nicht mehr mit Peter H. liiert. Und auch der Angeklagte hat seit Mitte 2013 eine neue Freundin. Das Landgericht will am Mittwoch sein Urteil verkünden. Nach Aussagen einer Gutachterin war Kay O. zur Tatzeit, auch wenn er emotional sehr aufgebracht gewesen sei, voll schuldfähig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2014

Sabine Kreuz

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