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Polizeiticker Leipzig Einbrecherbande plündert Einfamilienhäuser – Opfer leben noch immer in Angst
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Einbrecherbande plündert Einfamilienhäuser – Opfer leben noch immer in Angst
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16:22 09.03.2018
Murat T. sagte aus, bei zwei Einbrüchen mitgemacht zu haben. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Mit brachialer Gewalt drangen sie ins Zuhause anderer Menschen ein, verwüsteten und plünderten: Viereinhalb Jahre nach einer Einbruchsserie in Leipziger Einfamilienhäusern hat am Freitag am Leipziger Landgericht der Prozess gegen zwei Männer begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Türken Murat T. (32) und Imam K. (26) schweren Bandendiebstahl vor.

Staatsanwaltschaft klagt sechs Fälle an

Angeklagt sind sechs Fälle im Oktober und November 2013. Zum ersten Mal soll die Bande am 17. Oktober in der Markkleeberger Wolfgang-Heinze-Straße aktiv geworden sein: Als die Bewohner zwischen 9.30 und 14.45 Uhr außer Haus waren, klingelte eine Komplizin der Einbrecher an der Tür. Nachdem sie sicher sein konnten, dass niemand daheim war, hebelten die Täter laut Anklage ein abgeschlossenes Fenster im Erdgeschoss auf. Sie erbeuteten unter anderem einen Fernseher, einen Laptop und Schmuck im Gesamtwert von rund 3700 Euro. „Bis ins Obergeschoss war alles durchwühlt und verwüstet“, so die Bewohnerin, die den Einbruch bemerkte, als sie am frühen Nachmittag mit ihren Kindern nach Hause kam.

Tausende Euro Schaden

Am 30. Oktober wurde die Bande nach Erkenntnissen der Ermittler erneut aktiv, diesmal im Iltitspfad in Knautkleeberg-Knauthain. Hier schlugen die Angeklagten eine Scheibe ein, so Staatsanwalt Hans-Joachim Walburg, stahlen fünf Herrenanzüge, Computertechnik, Smartphones, Schmuck und eine Kamera – Gesamtschaden: etwa 4500 Euro. Am selben Tag sollen die zwei Männer mit Hilfe ihrer Komplizin, die stets Schmiere stand, in das Haus eines Ehepaares in der Lobensteiner Straße in Grünau-Siedlung eingedrungen sein. Sie brachen die Tür des dortigen Wintergartens auf, so die Vorwürfe, entwendeten unter anderem Schmuck. Besonders schlimm war hier der Sachschaden – immerhin 9900 Euro. Weitere Beutezüge fanden laut Anklage am 1. November in der Straße Zum Sonnenblick in Engelsdorf, am 6. November in der Weimarer Straße in Schönau und am 12. November im Markkleeberger Gottfried-Keller-Weg statt. Auch in diesen Fällen war jeweils Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro zu beklagen.

Ein Angeklagter gesteht Tatvorwürfe

Imam K. räumte zum Prozessauftakt die Tatvorwürfe ein. Er habe vor allem Geld für die Behandlung seiner krebskranken Mutter in der Türkei benötigt. Allerdings begab sich die Frau erst 2015 in Behandlung – zwei Jahre nach der Einbruchsserie ihres Sohnes. Er habe das Geld gesammelt, hieß es zur Erklärung. Mitangeklagter Murat T. gestand lediglich die Mitwirkung an zwei Einbrüchen.

Verfahren zog sich jahrelang hin

Beide sitzen in Untersuchungshaft. Die Anklage gegen sie stammt vom April 2014, doch das Verfahren zog sich mehrere Jahre hin. Zunächst lag die Anklage beim Amtsgericht – zuständig, wenn eine Freiheitsstrafe nicht über vier Jahre zu erwarten ist. Da beide Angeklagte jedoch vorbestraft sind, müssten sie wohl mit einer höheren Haftstrafe rechnen, so dass der Fall nach mehreren Jahren an das Landgericht abgegeben wurde.

Rentnerin hat noch immer Angstzustände

Für die Opfer der Bande sind die Folgen der Einbrüche auch nach dieser langen Zeit nicht vergessen. „Meine Frau hat noch immer Angstzustände, kann deshalb nicht vor Gericht als Zeugin aussagen“, sagte ein betroffener Rentner gegenüber der LVZ. „Wir haben nach diesem schlimmen Erlebnis jedes Mal die Tür abgeschlossen, wenn wir nur den Müll rausgebracht haben, damit bloß niemand mehr bei uns reinkommt. Früher konnten wir den Schlüssel stecken lassen, so friedlich war das bei uns. Aber das ist vorbei.“

Die 5. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Berthold Pfuhl hat für den Prozess noch zwei Verhandlungstage bis Mitte April geplant.

Von Frank Döring

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