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Einbruchserie bei Bäckern und Friseuren: Leipziger Handwerkskammer schaltet Hotline

Einbruchserie bei Bäckern und Friseuren: Leipziger Handwerkskammer schaltet Hotline

Nach Feierabend kommen die Langfinger: Bäckereien und Friseursalons in und um Leipzig bekommenen nachts immer öfter ungebetenen Besuch. Jeder dritte Betrieb der beiden Branchen wurde in den vergangenen Jahren bereits mindestens einmal Opfer von Einbrechern.

Leipzig. Zu diesem Ergebnis kommt die Handwerkskammer Leipzig in einer aktuellen Befragung im gesamten Kammerbezirk.

Anlass der Untersuchung: Im März hatte die Polizei vor einer Einbruchserie auf Leipziger Friseure und Bäckereien gewarnt. Allein 22 Friseursalons waren in den ersten beiden Monaten dieses Jahres betroffen. Täter waren nach Einschätzung der Beamten vor allem Junkies, die ihre Sucht finanzieren müssen.

Die Handwerkskammer nahm das zum Anlass, bei ihren Mitgliedsbetrieben gezielt nachzufragen. Erschreckendes Ergebnis: "Ein Drittel war in den letzten Jahren von mindestens einem Einbruch oder Einbruchsversuch betroffen", berichtet der amtierende Hauptgeschäftsführer der Kammer, Volker Lux. "35 Prozent der Bäcker und 29 Prozent der Friseurgeschäfte."

Der Trend gilt keineswegs nur für das Stadtgebiet. "Es gibt kaum einen Unterschied zwischen der Stadt Leipzig und den Landkreisen", sagt Lux. Im Stadtgebiet waren 32 Prozent der befragten Betriebe betroffen, im Landkreis Leipzig 30 und in Nordsachsen 35 Prozent. Gestohlen wurde vor allem Bargeld, etwa aus der Trinkgeldkasse. In den Friseursalons wurde auch bei Pflegeprodukten abgeräumt - und bei teurem Schneidewerkzeug. "Die haben dort Spezialgeräte, die bis zu 700 Euro kosten", erzählt Lux. "Und dafür scheint es einen echten Markt zu geben."

Entsprechend weit ging das Schadensvolumen auseinander: "Das ging von 40 Euro aus der Trinkgeldkasse bis 5000 Euro. Wobei dieser hohe Schaden vor allem auf Vandalismus zurückzuführen war." Denn die Beute sei meist gering, der Folgeschaden des Einbruchs oft höher als der Wert des Diebesguts. Alle Betroffenen waren laut Lux aber versichert. "Die hatten bei der Schadensregulierung kaum Probleme."

"Dass es ausgerechnet Friseure und Bäcker trifft, hat uns selbst überrascht", gibt Lux zu. Denn eigentlich, so sollte man meinen, ist hier nicht allzu viel zu holen. "Aber offenbar ging es den Tätern nicht darum, möglichst große Beute zu machen." Sie hätten wohl eher darauf spekuliert, bei Friseuren und Bäckern kein großes Risiko einzugehen. Das hat sich aber deutlich geändert: Alle betroffenen Betriebe haben sicherheitstechnisch aufgerüstet, berichtet Lux. "Dazu zählen der Einbau von Sicherheitstüren und -fenstern, Installation von Kameras und Alarmanlagen." Die Handwerkskammer habe ihnen dabei beratend zur Seite gestanden. Nur ein Betrieb hat nach dem Einbruch aufgegeben. "Ein Bäckereibetrieb hat seine Filiale in Leipzig mittlerweile geschlossen", so Lux.

Insgesamt hatte die Handwerkskammer 164 Betriebe befragt, davon 94 aus der Stadt Leipzig, 30 aus dem Landkreis Leipzig und 40 aus dem Kreis Nordsachsen. Unter den Befragten waren 95 Bäckereien, was 67 Prozent aller Bäckerbetriebe im Kammerbezirk entsprach, sowie 69 Friseure (acht Prozent aller Friseurbetriebe im Kammerbezirk).

Die Handwerkskammer will ihre Mitglieder nun gezielt im Kampf gegen Einbrecher unterstützen. Sie hat zum Thema Einbruchsprävention eine Beratungshotline geschaltet, die auch im Schadensfall hilft: 0341 2188 314.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Frank Johannsen

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