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Einbruchserie in Leipziger Friseursalons - Ermittler haben Drogenabhängige im Visier

Einbruchserie in Leipziger Friseursalons - Ermittler haben Drogenabhängige im Visier

Sie sind auf der Suche nach dem schnellen Geld oder klauen auf Bestellung: Einbrecher haben es auffallend häufig auf Leipziger Friseurgeschäfte abgesehen. Inzwischen haben die Fallzahlen im Stadtgebiet derart zugenommen, dass die Polizei sich veranlasst sah, eine warnende Informationsmeldung an die Handwerkskammer zu schicken.

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Der Diebstahl von Haarschneidemaschinen in Leipziger Friseurläden nimmt zu.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Allein im Januar und Februar wurden 22 Einbruchsdiebstähle in Friseurgeschäften bekannt, im gesamten vorigen Jahr waren es 83. So klauten Unbekannte im vorigen Monat aus einem Salon in der Schönefelder Gorkistraße mehrere Haarschneidemaschinen, Konturenschneider, einen Lockenstab und ein Glätteisen. Auch Bargeld und Süßigkeiten waren vor den Einbrechern nicht sicher. Wenig später erbeuteten Einbrecher aus einem Friseurgeschäft in der Theodor-Heuss-Straße in Sellerhausen-Stünz sechs Haarschneidemaschinen mit Zubehör, einen Haarglätter und etwas Bargeld. Anfang März brachen Diebe in einen Salon in der Volkmarsdorfer Eisenbahnstraße ein. Ihnen fielen Multimediageräte, Laptops, Schneidemaschinen und teure Styling-Produkte in Hände. In allen Fällen geht der Schaden in die Tausende.

Nach den bisherigen Erkenntnissen haben die Ermittler vor allem Drogenabhängige im Visier. "Wir gehen davon aus, dass die Einbrüche in Friseurgeschäfte vorrangig durch betäubungsmittelabhängige Personen geschehen, die auf der Suche nach Bargeld oder nach Gegenständen sind, die sich schnell zu Geld machen lassen", berichtete Polizeisprecher Andreas Loepki gegenüber der LVZ. Er verwies auf mutmaßliche Parallelen zur Serie von Einbrüchen in Bäckerläden. Dazu konnten jetzt vier Täter im Alter zwischen 16 und 28 Jahren ermittelt werden, die bereits wegen Drogen- und Eigentumsdelikten polizeibekannt sind. "In Einzelfällen sind grundsätzlich auch Auftragsdiebstähle denkbar, zumindest in Fällen, in denen Handwerkszeug gestohlen wird", so Loepki. Allerdings sei bisher nie das komplette Werkzeug oder Inventar gestohlen worden - untypisch für einen solch zielgerichteten Diebstahl.

Verglichen mit der nach wie vor sehr hohen Gesamtkriminalität fielen die Einbrüche bei Friseuren zwar nicht so ins Gewicht. "Aber auffällig ist eben, dass bei Einbruchsdiebstählen in Geschäfte häufig Friseursalons betroffen sind", so der Polizeisprecher. Eine Erklärung dafür könnte auch sein, dass Einbrecher bei entsprechenden Erfolgserlebnissen - wenn sie am Tatort ungestört sind und auch zuverlässig Geld sowie Wertgegenstände finden - gern wiederkommen. "Das zieht mit hoher Wahrscheinlichkeit Folgetaten nach sich", so Loepki.

Daher rät die Polizei den Leipziger Friseuren, die Sicherheit ihrer Geschäfte zu erhöhen. So hätten optische und akustische Alarme einen hohen Abschreckungsgrad, erklärte der Behördensprecher. Überwachungskameras im Laden könnten Täter womöglich schon vorher in die Flucht schlagen oder durch die Aufnahmen nach Einbrüchen wichtige Ansätze für die weitere Ermittlungsarbeit bieten. Selbst kleinere Bargeldbeträge sollten die Leipziger Friseure grundsätzlich nicht im Geschäft lagern, warnt Loepki.

Vor allem aber sollten Leipzigs Haarkünstler ihr Handwerkszeug stets am Mann tragen. Um die Einbruchsserie wirksam einzudämmen, so die dringende Empfehlung der Polizei, sollten möglichst täglich bei Schließung der Salons sämtliche Arbeitsmittel von der Haarschneidemaschine bis zum Mobiltelefon mitgenommen werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2015

Frank Döring

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