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Einsatz in Engelsdorf beendet: SEK stürmt Wohnung von 57-Jährigem - Mann verletzt

Einsatz in Engelsdorf beendet: SEK stürmt Wohnung von 57-Jährigem - Mann verletzt

Eine Eliteeineit der Polizei hat am Freitagnachmittag die Wohnung eines Mannes aus Engelsdorf gestürmt und damit einen mehrstündigen Einsatz beendet. Dabei wurde der 57 Jahre alte Bewohner in der Engelsdorfer Straße verletzt.

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Die Leipziger Polizei ist am Freitagmittag (3. August 2012) zu einem Großeinsatz nach Engelsdorf ausgerückt. Dort hatte sich ein Mann in seiner Wohnung verschanzt, um einer drohenden Haftstrafe zu entgehen.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Zwei Beamte wollten Bernd H. am Morgen gegen 9.15 Uhr einen Haftbefehl zustellen und ihn zum Antritt einer Gefängnisstrafe mitnehmen. Das Amtsgericht Grimma hatte ihn wegen eines Verkehrsdelikts mit zwei Toten zu sieben Monaten Freiheitsentzug verurteilt. H. wehrte sich heftig. „Er attackierte einen Beamten mit einer Rohrzange“, berichtete Polizeisprecherin Uta Barthel. Verletzt wurde dabei niemand. Anschließend flüchtete der Mann in seine Wohnung in der ersten Etage und verbarrikadierte sich dort. Da er im April dieses Jahres als Besitzer einer Schreckschusswaffe festgestellt worden sei, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass er bewaffnet war, teilte die Polizei mit.

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Leipzig. Eine Eliteeineit der Polizei hat am Freitagnachmittag die Wohnung eines Mannes aus Engelsdorf gestürmt. Augenzeugen berichteten von zersprungenen Glasscheiben und Schreien. Der 57-Jährige wurde von den Beamten überwältigt und dabei im Gesicht verletzt. Er hatte sich zuvor gegen einen Haftantritt gewehrt.

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Am Mittag versuchte die herbeigerufene Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamtes (LKA) aus Dresden, den 57-Jährigen zur Aufgabe zu überreden. „Die Gespräche stagnierten aber“, so Barthel. Bernd H. wollte sich nicht stellen. Er suchte stattdessen die Öffentlichkeit. Bei einem Telefonat mit LVZ-Online nannte er seine Verurteilung ungerecht. Er wolle auf keinen Fall ins Gefängnis.

Das Amtsgericht in Grimma sah es aber als erwiesen an, dass der Leipziger am 6. Januar 2010 zwischen Lauterbach und Otterwisch einen folgenschweren Unfall verschuldet hat. Auf der Staatsstraße war der damals 54-Jährige nahe einer Geländekuppe auf die linke Fahrbahnseite abgekommen und frontal mit einem entgegenkommenden Wagen zusammengestoßen. Der 61 Jahre alte Fahrer und seine 59-jährige Ehefrau kamen dabei ums Leben. Bernd H. erlitt leichte Verletzungen.

Nach den gescheiterten Verhandlungen sah die Polizei am Freitagnachmittag nur noch eine Möglichkeit – die Stürmung der Wohnung. Zuvor evakuierte sie das Wohnhaus und brachte 17 Mieter in Sicherheit. Um 14.17 Uhr, so Barthel, gab der Einsatzleiter dann das Signal zum Stürmen der Wohnung. Die Elitetruppe sei dabei mit einer Leiter über ein Fenster im Hof eingedrungen. „Der Mann hat sich danach noch weiter gewehrt“, berichtete Barthel.

Er habe zunächst mit einem Metallschlauch geworfen und sei anschließend in die Küche geflüchtet. Dort habe er nach einem Messer gegriffen und einen Polizisten damit angegriffen und leicht verletzt. Die SEK-Beamten hätten schließlich einen Reizstoff versprüht und den Mann überwältigt. Schüsse sind bei dem Einsatz laut Barthel nicht gefallen.

„Der 57-Jährige hat bei der Festnahme leichte Blessuren erlitten“, sagte Barthel. Über seinen psychischen Zustand wollte sie keine Angaben machen. Er werde zunächst in einem Krankenhaus behandelt und anschließend in die Justizvollzugsanstalt überstellt. Sie selbst bezeichnete H. gegenüber LVZ-Online als Bernhard I. von Staufen, den letzten lebenden Nachfahren von Barbarossa. Diesen Namen hat der 57-Jährige auch an seinem Briefkasten angebracht.

Nach Verbüßung seiner Strafe, muss Bernd H. nun mit einem kräftigen Nachschlag rechnen. Laut Barthel droht ihm eine Anklage wegen versuchten Totschlags. Das Gesetz sieht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren vor.

Matthias Roth/chl

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